Was ist überhaupt „dumm“? Wie erkennt man es?

Ich behaupte, dass jeder – auf seine Weise – dumm ist. Das sagt uns schon das französische Sprichwort, dass jeder der Trottel eines anderen ist. Bevor wir uns aber gegenseitig Dummkopf nennen, kehren wir einmal vor der eigenen Tür.

Stell Dir vor, Du gehst aus der Wohnung und hast die Autoschlüssel vergessen. Dass das ein Versehen war, siehst Du erst, wenn Du vor dem Auto stehst. Mit der Dummheit ist das ganz genau so. Man merkt sie erst, wenn man von einem Problem scheitert.

Wir scheitern weniger oft, wenn wir uns nicht auf Experimente einlassen, wenn wir also etwas Bekanntes wiederholen, statt uns auf etwas Neues einzulassen. Mit jeder Wiederholung von Bekanntem steigern wir die Routine und auch unser Selbstvertrauen – das Selbstvertrauen der Dummen.

Nehmen wir aber Herausforderungen an und beschreiten neue Wege, scheitern wir oft, denn Lernen ist keine einfache Sache. Um den richtigen Weg zu finden, benötigt es oft einiger Versuche, die alle erfolglos sind – bis auf den letzten, den erfolgreichen. Aber dem Erfolg sind viele Misserfolge vorausgegangen, die Zweifel haben entstehen lassen – die Zweifel der Lernenden.

Bertrand Russel

„Es ist ein Jammer, dass die Dummköpfe so selbstsicher und die Gescheiten so voller Zweifel sind.“

Aber es ist nicht möglich, sich in allen Lebensbereichen ein Gescheiter zu sein, in den allermeisten Fällen tut man gut daran, sich mit Profis zu verbünden und sich einzugestehen, dass die das besser können.

Mark Twain

„Streite dich nie mit einem Dummkopf; es könnte sein, dass die Zuschauer den Unterschied nicht bemerken.“

Albert Einstein

„Die Herrschaft der Dummen ist unüberwindlich, weil es so viele sind und ihre Stimmen genauso zählen wie unsere.“

René Descartes

Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.“

Dummheit erster Art

Die Umwelt bietet uns laufend zu lösende Rätsel an, denen wir uns stellen müssen. Man ist also aufgefordert, Gesetzmäßigkeiten zu erkennen und dann danach zu handeln. Als dumm bezeichnet man jene, die diese Gesetzmäßigkeiten nicht erkennen.

Dummheit zweiter Art (Peter R. Hofstätter)

Hier geht es darum, dass jemand nach Gesetzmäßigkeiten sucht, obwohl es keine gibt.

Anselm Feuerbach

„Niemand urteilt schärfer als der Ungebildete. Er kennt weder Gründe noch Gegengründe und glaubt sich immer im Recht.“

Heinrich Heine

„Warum muß der Gerechte so viel leiden auf Erden? Warum muß Talent und Ehrlichkeit zugrunde gehen, während der schwadronierende Hanswurst sich räkelt auf Pfühlen des Glücks und fast stinkt vor Wohlbehagen?“

Robert Musil

Robert Musil benennt das Paradox, dass jeder, der über Dummheit spricht, voraussetzt, über den Dingen zu stehen, also klug zu sein, obwohl genau diese Anmaßung als Zeichen für Dummheit gilt.

Über die Dummheit (Rede 1937)

Jean Dion

„On est toujours le con de quelqu’un.“ (Man ist immer der Trottel eines anderen.)

Georg Danzer

Die Leut‘ san alle deppert, außer mir.

Philip Fernbach

„Extreme Ansichten stammen oft von Menschen, die das Gefühl haben, komplexe Themen besser zu verstehen als sie es tun.“

Dunning-Kruger-Effekt

Die systematische fehlerhafte Neigung relativ inkompetenter Menschen bezeichnet, das eigene Wissen und Können zu überschätzen und die Kompetenz anderer zu unterschätzen.

Amoi mecht i mit an Trottl foan!

Es gibt ein Gedicht, vielleicht ist es von Trude Marzik, jedenfalls wurde es von Heinz Conrads vorgetragen, welches diese Einschätzung der anderen am Beispiel eines Autofahrers, der diese in kritischen Situationen als „Trotteln“ apostrophiert, illustriert, treffend der Schlussreim, in dem der erzählende Beifahrer meint: „amoi mecht i mit an trottel foan“.

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