Hilfe, Hofer hat keinen Schafkäse mehr!

Nun, der Titel „Notstand“ ist zugegebenermaßen „etwas“ übertrieben, aber dass man wegen eines fehlenden Grundnahrungsmittels aus dem Süden Wiens einen Ausflug nach „Mordor“ machen muss, ist doch etwas ungewöhnlich.

Mordor

„Mordor“ bezeichnete DieTagespresse scherzhaft die Bezirke in Transdanubien im Artikel „Neustrukturierung fixiert: Häupl präsentiert zukünftige Wiener Bezirke“.

Hofer

Hofer ist unser Nahversorger in der Gudrunstraße wo früher eine LÖWA, dann ein Zielpunkt waren. Wir kaufen dort fast alles, sogar Computer und – bis vor etwa einem Monat – den Gaflenzer Schafmischkäse.

Eröffnungstag der Hofer-Filiale Gudrunstraße am 13.10.2016.

Schafkäse

Silvia stammt aus dem Mostviertel. Sie verbrachte dort ihre Jugendjahre und gemeinsam verbrachten wir dort viele schöne Jahre bei den Schwiegereltern, quasi in einem Fünf-Sterne-Hotel. Einer dieser Sterne wurde wegen des in dieser Gegend üblichen Schafkäses verliehen. Diesen Schafkäse gibt es nur im Mostviertel.

Mostviertler Schafkäse ist ein Weichkäse und wird in etwa 15 cm langen Rollen mit etwa 5 cm Durchmesser hergestellt. Diese Rollen werden in Salzlake gelagert, damit sie nicht austrocknen. In dieser Salzlake bleibt der Käse leicht vier Wochen frisch.

Zwei Rollen Schafmischkäse in einer Salzlake mit einem Schutzgas luftdicht verpackt

Der Käse ist sehr mild und kalorienarm (ca. 180 kCal/100g). Gewürzt mit Pfeffer und Salz ist er eine kulinarische Spezialität, die man sich von Zeit zu Zeit gönnen sollte.

In unserem Fall hat der Schafkäse auch eine nostalgische Komponente. Immer, wenn ich den Käse zum Mittagessen vorbereite, erinnert mich das an die vielen schönen Jahre im Mostviertel.

Im März 2019 war Schluss

Wir waren es gewöhnt, beim Hofer zumindest einmal pro Woche Gaflenzer Schaf(misch)käse mit Mohnweckerln aus dem Backshop zu kaufen. Zuerst verschwanden die Mohnweckerln aus dem Angebot. Gut, nehmen wir halt Semmeln. Doch dann, Anfang 2019 war auch der Käse weg. Nach einiger Suche fanden wir den Käse im Wurstregal. Doch das waren schon Vorboten des nahenden Endes, denn irgendwann im März war der Käse vollständig aus dem Angebot verschwunden.

Gaflezer Hofheuriger

Da uns dieser Käse so nahe steht, wollten wir herausfinden, wo man ihn sonst bekommen kann. Die Bezirkszeitung berichtete über 8000 Stück Schafkäse für ganz Österreich. Also besuchten wir die Homepage des Gaflenzer Hofheurigen.

Homepage des Gaflenzer Schafmischkäse

Die gute Nachricht ist, dass es den Hersteller wirklich an der angegebenen Adresse gibt.

Herr Aschauer, der Firmengründer, der also ganz Österreich mit diesem Spitzenprodukt versorgt hat, war auch etwas erstaunt, dass der Käse in Wien nicht erhältlich ist und erklärte uns, dass die Belieferung des Großraums von Wien von drei Hofer-Auslieferungslagern erfolgt: Stockerau (Nord-Ost), Loosdorf (West) und Trumau (Süd) und er vermutete, dass nur der Süden Wiens dieses Lieferproblem hat.

Acht Auslieferungslager von Hofer; Wien-Süd wird von Trumau beliefert,

Am Kagraner Platz

Wir überprüften den Tipp von Herrn Aschauer und besuchten mit der U1 die Hofer-Filiale am Kagraner Platz, und tatsächlich, dort gibt es unseren geliebten Schafkäse noch, und wir haben uns gleich eine Ration für die nächsten Wochen mitgenommen.

Gaflenzer Schafkäse im Regal der Hofer-Filiale „Kagraner Platz“
Schafkäse-Ration für drei Wochen

Verarmung

Unser Schafkäse (und auch die Mohnweckerln) sind dem Kampf um jeden Zentimeter im Regal der Supermärkte zum Opfer gefallen. Eigentlich dachte ich dass unsere türkisch-stämmigen Mitbürger für einen höheren Absatz des Schafkäses sorgen würden, aber da haben wir uns offenbar getäuscht, so bevorzugen wahrscheinlich die härteren, südländischen Arten. Dieser Kampf reduziert die Vielfalt der Produkte und ist eigentlich bedauerlich.

Eine Bitte an Hofer

Wir wünschen uns einfach unseren Schafkäse aus Gaflenz zurück – und auch sonst etwas mehr Stabilität im Angebot.

Am 11.5. brach etwa um 10:00 im Wohnbau am Simmeringer Enkplatz ein Brand im Dachstuhl aus, der sich auf den gesamten Wohnblock ausgedehnt hat und erst in den Abendstunden als gelöscht gemeldet wurde. Der Dachstuhl und viele darunter liegenden Wohnungen wurden zerstört.

Als gebürtiger Simmeringer – unsere Wohnung war in der Lorystraße – ist man von einem so tragischen Ereignis besonders betroffen, kennt man doch jeden Winkel und ist Hunderte Male an dieser Häuserfront vorbeigegangen. Man stellt sich die Frage, wie ein so großer Brand entstehen konnte. Ein Feuer am Dach, das kann schon einmal passieren, aber wieso konnte sich das Feuer auf die ganze Anlage ausdehnen? Hier ein Blick auf die Szene:

Wohnhausblock Enkplatz 6-7 nach dem Dachstuhlbrand. Es gibt keine Feuermauern.

Nach meinem Eindruck ist die Bauart dieses Wohnblocks für die große Ausbreitung des Feuers verantwortlich. Und zwar, weil es auf der ganzen Länge des Gebäudes keine bis zum Dach reichende Feuermauer gibt, obwohl es sich um vier oder mehr Stiegen, also eigentlich aneinandergebaut einzelne Gebäude handelt.

Schauen wir einmal auf einen klassischen Dachboden eines Gründerzeithauses:

Dachboden eines Gründerzeithauses mit Feuermauer zum Nachbarhaus.

Jedes einzelstehende Haus hat zu seinen Nachbarn eine bis zum Dachfirst reichende Mauer. Würde in dem hier abgebildeten Dachstuhl ein Brand ausbrechen, gibt es zwar zusätzliches Brennmaterial in Form der hier gelagerten Gegenstände aber das Feuer hätte, wegen der im Hintergrund sichtbaren Mauer, Probleme, auf den benachbarten Dachstuhl überzugreifen.

An dem ersten Bild, das die Häuserzeile mit mindestens vier Stiegen zeigt, gibt es keine solche Feuermauern.

Nach meiner Ansicht handelt es sich hier um einer Art „Sparbauweise“, die die Bauordnung offenbar zulässt oder zumindest zur Bauzeit erlaubt hat. Die im Wiener Wohnungsbau üblichen Stiegen, sehen offensichtlich eine solche Stiege nicht als ein selbständiges Bauwerk und verzichten auf die Vorschrift einer bi zum Dachrand reichenden, durchgehenden Feuermauer.

Link

Wir sind reich!

Die folgende Grafik zeigt, wie viel Geld einem Haushalt zur Verfügung steht. Es ist nur ein grobes Ranking, die Grafik sagt, ob ein Land über, unter oder weit unter dem Durchschnitt liegt.

Österreich hat fast 9 Millionen Einwohner. Aber ohne Ausländer hätte Österreich nur etwa 7,5 Millionen. Etwa die Hälfte dieser Ausländer lebt in Wien und die anderen auch überwiegend in Ballungszentren. Bezogen auf die Ausländerzahl von zehn Jahren hat sich ihre Zahl bis 2019 um 67 % erhöht.

Statistik: Anzahl der Ausländer in Österreich von 2009 bis 2019 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Gut oder schlecht?

Nun, die Antwort fällt verschieden aus, je nachdem, wen man fragt. Aus der Demoskopie wissen wir, dass eine Verringerung der Anzahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter bedeutet, dass das heutige Pensionssystem nicht mehr finanzierbar sein wird und dass man dafür mehr Menschen im Erwerbsleben brauchen wird. Wie richtig das ist, sieht man an dem Aufruf verbunden mit Förderungen von Viktor Orbán an die Ungarn, doch mehr Kinder zu haben. Hier die Prognose der Bevölkerungsentwicklung für unsere Nachbarländer bis zum Jahr 2100:

Während also Österreich seine Bevölkerungszahl wird fast halten können, wird uns die Schweiz deutlich überholen, Deutschland schrumpft. Alle anderen Länder, insbesondere jene am Balkan, liegen klar hinter Mitteleuropa.

Wer kommt wohin?

Wir wissen, dass die größte Zahl von Ausländern aus Deutschland, der Türkei und aus Serbien kommt. Die immer wieder angegriffenen Türken sind nur etwa 10 Prozent der Ausländer in Österreich.

Statistik: Anzahl der Ausländer in Österreich nach den zehn wichtigsten Staatsangehörigkeiten am 1. Januar 2019 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Die meisten Ausländer landen in Wien…

Statistik: Anzahl der Ausländer in Österreich nach Bundesländern zu Jahresbeginn 2019 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

…und zwar auch dann, wenn man die Zahl der Ausländer in Prozenten der Landesbevölkerung zählt.

Statistik: Anteil der Ausländer an der Bevölkerung in Österreich nach Bundesländern zu Jahresbeginn 2019 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Wien ist also – so wie früher auch und wie alle anderen Metropolen auch – der Schmelztiegel, eine Art Integrationsmaschine. Und so wie früher, also in der Monarchie, sind es verschiedene Sprachen und verschiedene Kulturen, die hier koexisstieren.

Österreich ist wessen beliebteste Wahlheimat?

Wie ist es aber, wenn man die Größe des Herkunftslandes mit einbezieht, also die Frage stellt, wie viel Promille der Einwohner eines gesamten Landes nach Österreich kommen? Die folgende Tabelle zeigt, wie viele Migranten aus welchem Land kommen, gereiht sind sie aber nach dem Anteil der jeweiligen Heimatbevölkerung in Promille.

Man sieht an der Liste, dass es die Bewohner der Balkan-Region nach Mitteleuropa zieht. Sie finden hier, besonders im Großraum Wien starke Communities vor, die für sie das Leben in der Fremde zu einem Heimspiel machen. Man muss nur bei einem Fußballspiel gegen ein Balkanland ins Stadion gehen, um zu beobachten, dass Wien für viele verschiedene Kulturen zur Heimatstadt geworden ist- Des Tschetschenen liebste Wahlheimat ist Österreich. Das hat mit den bereits existieren Communities zu tun. „Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu.“

Bezogen auf die Größe der Herkunftsregion/land sind Südtiroler am liebsten in Österreich, vorwiegend wahrscheinlich in Tirol, wahrscheinlich viele Studenten. Würden anteilig so viele Deutsche und Türken wie Südtiroler nach Österreich kommen, wären das ca. 2 Millionen Deutsche und 2 Millionen Türken..

Werden wir ärmer?

Wird Österreich ärmer, wenn so viele Ausländer hier leben? Wenn wir zurückblicken auf die Zeit der Monarchie, dann waren damals die Verhältnisse noch viel gravierender. Aber diese damaligen Arbeitssklaven haben uns nicht nur eine Metropole hinterlassen, die sich sehen lassen kann, wir verdanken ihnen auch die Basis für unseren heutigen Sozialstaat, auch, wenn sie alle längst assimiliert sind. Wenn wir uns die aktuelle Entwicklung jenes Bundeslandes Wien ansehen, dass durch Migration/Ausländer den größten Anteil zu verarbeiten hat, muss man sich keine Sorgen machen, denn Verarmung, die durch Migranten hervorgerufen werden würde, schaut anders aus.

Eine Wohlstandszone wie sie Österreich ist, hat zwei Entwicklungrichtungen: entweder sie schrumpft, weil mit dem Wohlstand die Kinderzahl abnimmt, oder sie muss sich nach fremdem Nachwuchs umschauen. Wie es ist, wenn das Land nicht einmal für die eigene Bevölkerung lebenswert erscheint, das können wir in Ungarn beobachten. Mehr als 60.000 Ungarn sind in Österreich und in Deutschland und Holland ist es ein Vielfaches davon. Und die meisten von ihnen werden nicht zurückkehren. Gleichzeitig gibt es in Ungarn auch keine Zuwanderung; eine lose-lose-Situation.

Österreich könnte besser dastehen, die Schweiz zeigt vor, wie es gehen kann. Die aktuelle Regierungspolitik auf dem Rücken von Migranten
(„Ausreisezentren“) mag ein gutes Signal für die Wähler sein, weitblickend ist sie nicht.

Wer sind die Ausländer?

Wir unterscheiden Menschen, die im Ausland geboren sind und einen ausländischem Pass haben, solchen die im Ausland geboren sind aber bereits als Inländer gelten und dazu jene Menschen, die schon in Österreich geboren sind aber deren Eltern oder Großeltern die jeweiligen Migranten waren.

Auf der Seite der ausländischen Communities sind die jeweiligen Zahlen relativ unscharf angegeben, man hat den Eindruck, als wären viele Angaben von Botschaften erfragt worden, denn bei einigen Communities sind es nicht nur grobe Werte, sondern sind bis in die Einer-Stelle genau angegeben.

Quellen

Diese beiden Tabellen wurden in einem Excel-Sheet verbunden. Die Zahlen sind nur Anhaltspunkte, denn die Seite „Medienservicestelle“ wird seit 2017 nicht mehr aktualisiert.

1. 
In Gumpendorf drunt auf ein Eck Numm’ro zwa
steht a dreistöckig’s Haus und das g’hört dem Papa,
in ein’ Zimmer da drinn’ steht a Kassa allan,
den Schlüssel dazu den hat die Frau Mama.
Drum fehlt uns a ’s ganze Jahr niemals an Geld,
um dös zu verputzen san mir auf der Welt;
wann von arbeiten g’redt wird, da kieg’n ma an Grant,
denn unser Vater is’ a Hausherr und a Seidenfabrikant,
denn unser Vater is’ a Hausherr und a Seidenfabrikant.

2. 
In der Schul’ schon war’n wir a paar hautschlechte Buab’n,
hab’n niamals an G’spaß und a Gaude verdorb’n.
Nur der Lehrer hat g’sagt: „Mit eng zwa is‘ a Kreuz,
aus a paar solche Eseln wird niemals was G’scheit’s.“
Das hat er ganz groß auf die Tafel hing’schrieb’n,
und daß er net blamiert is‘, so san ma ’s a bliebn.
G’lernt hab’n ma nix aber mir san arrogant,
denn unser Vater is a Hausherr und a Seidenfabrikant,
denn unser Vater is a Hausherr und a Seidenfabrikant.

3. 
Bei die Maderln san mir allen andern voran,
weil kaner wia mir soviel ausgeb’n kann,
denn das Geld is’ ja doch nur zum Anbringen da,
drum sagt uns a jede auf jeden Fall „Ja!“.
Mir leb’n wia die Fürsten, hau’n um mit dem Geld,
und uns is’ das wurscht, wann ’s der Mama dann fehlt!
So wird erst das Leben für uns interessant,
denn unser Vater is a Hausherr und a Seidenfabrikant,
denn unser Vater is a Hausherr und a Seidenfabrikant.

4. 
A Schiller, a Goethe war niemals im Haus,
dö kennen ma bloß vom Figurimann aus.
In der Geographie wiss’n ma net bis Tirol,
dafür aber spiel’n ma sehr gut Karambol.
A Theater is’ für uns d ’höchste Fadess,
von die Tanzschul’n jedoch wiss’n ma jede Adress.
Da brauch ma kan Geist und san doch elegant,
denn unser Vater is a Hausherr und a Seidenfabrikant,
denn unser Vater is a Hausherr und a Seidenfabrikant.

5. 
Im G’wandl, im feschen san ma umg’stiefelt gern,
hab’n g’laubt, a jed’s Madl muß wahnsinnig wer’n.
Mir hab’n ane ang’redt und dö sagt ganz frei:
„Ös Sagschartenwursteln, jetzt draht’s eng do glei!
A paar solche Haub’nstöck’ hab i a no net g’seg’n“.
Auf des san ma dag’standen, beide verleg’n.
Was? Wursteln und Haub’nstöck in so einen G’wand,
denn unser Vater is a Hausherr und a Seidenfabrikant,
denn unser Vater is a Hausherr und a Seidenfabrikant.

6. 
Auf der Straß’n erst unlängst, was is uns da g’scheg’n?
A Mann mit an Besen schreit: „Servus Kolleg’n!“
„Wieso denn Kolleg’n?“ hab’n ma g’rufn aufgebracht,
doch er hat d’rauf g’sagt: „I hab’s g’rad a so g’macht!
Das Geld verdraht und hab’ g’laubt ’s wird gar net gar,
bis der letzte Knopf hin war, in a drei a vier Jahr,
jetzt kehr’ i die Straß’n , das is do’ schenant,
und mei Vater war a Hausherr und a Seidenfabrikant!
Und mei Vater war a Hausherr und a Seidenfabrikant!“

7. 
Auch beim Militär war’n wir a ganz kurze Zeit,
doch hat uns des Exerziern wirklich net g’freut.
Der Korporal hat uns g’fragt, und die Frag war net schwer;
in wieviele Teile zerfällt das Gewehr?
Da wußten wir beide die Antwort sofurt:
„Das kommt ganz drauf an, wie ma ’s hinschmeißen tuat.“
Für uns zwa is die Dummheit eb’n auch keine Schand’,
denn unser Vater is a Hausherr und a Seidenfabrikant,
denn unser Vater is a Hausherr und a Seidenfabrikant.

8. 
Die G’schicht is net wahr, es is’ alles nur Schmäh,
doch Aufschneiden war unser Faible seit je.
Von an Haus mit drei Stöck’ war bei uns doch ka Spur,
in an Kabinettl g’haust hab’n ma nur.
Vom Vater hab’n d’ Leut g’sagt, er spinnt manchesmal,
doch sicher ka Seiden, na, na, auf kan Fall.
Es is’ zwar unser Wieg’n am Brillantengrund g’lahnt,
doch unser Vater war ka Hausherr und ka Seidenfabrikant,
doch unser Vater war ka Hausherr und ka Seidenfabrikant.

T: Wilhelm Wiesberg, M: Johann Sioly, Wien um 1880.

Aufnahmen aus YouTube

Text und Musik: Gerhard Bronner und Peter Wehle
Vorgetragen von Helmut Qualtinger auf der CD „Die Qualtinger Songs“ (CD Remastered 1990 Mono)

Der Sportler

Red ma doch amoi vom Sport liebe Leut,
sehen wir den Sport philosophisch von höchster Warte.
I hob dem Sport all mein Leben geweiht,
ob es stürmt, ob es regnet oder – schneit.

Ich bin von Kind auf ein sportlicher Typ,
beim Ländermatch hab ich stets eine Ehrenkarte.
Sport ist in mir wohl der edelste Trieb,
und dabei geht es mir um ein Prinzip:

WIA MIASSN GWIIIINA!!!!
sunst hob i gleich die gaunze Freid faluan!
WIA MIASSN GWIIIINA!!!!
weill ich sonst von Sinnen bin vor Zuan!

Beim Sport – bin – ich imma – National!
I kenn ka Objektivität,
keine Ne-u-tralität,
weill da bin ich radikal.
Jawoih,
beim Sport – bin – ich imma – National!
und kaunn da Gegna amoi mehr,
nau daun wird ich ördinär und brutal!

Und lasst mich mein Verein
bei einem Ländermatch im Stich,
bin ich entsetzt, verletzt, zerfetzt,
das ist dann nichts für mich.

Dann wird da Patriotismus für mich ein Graus.
I pfeiff meine eigene Mannschaft aus,
ein Mätsch das man verlorn hat,
das grenzt an Hochverrat.

Wie gsogt:
Beim Sport – bin – ich imma National!
Und jede Niedalage ist ka-ta-stro-phal!

Wenn Sie mich fragen warum ich den Sport
imma als mein Ideal an die Spitze stelle,
gebe ich Ihnen die Antwort sofort:
„Er verbindet die Völker hier und dort.“

Sport lehrt die Menschn auch Fairness zu sehn,
er bringt Gesundheit und Stärke auf alle Fälle.
Sport bringt uns Gäste ins Land, das is schön,
nua a klane Bedingung miasst’s fastehn:

WIA MIASSN GWIIIINA!!!!
weill man am Sport – sonst keine Freude hat!
WIA MIASSN GWIIIINA!!!!
da Gegna kehrt imma owedraht!

Beim Sport – bin – ich imma – national!
Wia sind a Sportlernation,
ich bin auch ein Teil davon
das verpflichtet kolossal.
Und darum
bin – ich – beim Sport so national
Ich lese jeden Sportbericht,
Politik betracht ich nicht als real.

Mia is egal wer eine Wahl
gewinnt oder verliert,
und die Regierung wiad bei mia
seit Joahn ignoriert.

I schimpf auf Bonzn, Vakehr und auf Steia, Maut
auf olle Politika insgesaumt.
Das alles liegt seit Jahr und Tag
mia sparglgrün am Gnack.

Owa
Beim Spuat – bin – ich imma – National!
Zwoa, ich fasteh einen Schmoarn und i zoih nix eih.
I sitz im Kaffäh-haus und trink mein Wei,
schau dort ins Fernsehn und moch an moads Krawall.
Weill,
Beim Sport – bin – ich ra-di-kal!
Beim Sport – bin – ich nicht nor-mal!
Beim Sport – bin – ich imma – National!

EIN Spitzerl, a Schwipserl, a Räuscherl, a Schwamm,
ist unser tägliches Arbeitsprogramm.

Kurz nachm Krieg da war das Lebn so mies,
da hab i g’soffen, damit i vergiß.
Jetzt gehts uns gut, schon seit längerer Zeit
da macht des Saufen erst richtig a Freud.

Es is scho längst da Rekord übertroffen bei uns,
fünf Milliarden werden jährlich versoffen bei uns;
Aber wir schaun uns dann unsre Regierung an,
die geht mit Beispiel voran.

Wolltens net selbst so viele G’soffene ham,
gäbe es fürs Saufen net so vü Reklam.
Drum hör i niemals auf, geht a mei Leber drauf
krieg i a Krankengeld, dass i ’s versauf‘.

EIN Krügerl, a Glaserl, a Stamperl, a Trankerl
und dann fahr ma Automobil.
Dann scheib i wen nieder und der macht a Bankerl,
passieren kann uns eh net sehr vü.

Weil wenn ma uns kurz in den Häfn schickt,
a wenn scho, es is a Kavaliersdelikt.

EIN Spitzerl, a Schwipserl, a Räuscherl, a Schwü,
man braucht zur Seeligkeit zwa, drei Promille.

DA Mensch braucht a Krügerl, a Glaserl, a Stamperl,
a Schluckerl …wann i dann mei Oide verblech,
dann freun se de Leit und sagn „Das is ein Schnuckerl“
weil b’soffn sei is jo so fesch.

Und kriag i a Kind und des wird a Crétin,
vü bleda als wir kann der a nimma sein.

[ Da echte Wiener geht net unter! ]

EIN Spitzerl, a Schwipserl, a Räuscherl, a Schweigal,
sonst fühl‘ ma uns nimmer mehr wohl.
WEIL hab i erst des nötige Quantum do drin
dann merk i net was für a Trottl i bin;
drum brauch ma den Alkohol.

Unlängst erst, do kumm i grod
völlig nockat aus meim Bod,
und im Vuabeigeh siech i nur
im Spiagl seitlich mei Figur.

Na Servas, hob i ma glei denkt.
Die Wompm, wias so obehängt!
Die Brust von ana oidn Frau –
Gesamteindruck: a fette Sau!

Und gonz spontan woa mei Entschluss,
dass i sofuat wos ändern muss.
I hob am nächstn Tog um ocht
den Spiagl in mein Kölla brocht!

Ilse, Ferdinand, Florian und ich wurden von Herbert (aus dem „Klub der Freunde des S.C. Rapid“, auch in Meidling) zur zweiten Sitzung der Meidlinger Faschingsgilde eingeladen.

Die Sitzung fand im Haus der Begegnung in der Perchtoldsdorfer Straße 1 statt.

Das Motto der Meidlinger: „Mei Mei“. Die Rahmenhandlung: Aladin verfolgt den Entführer seine Braut durch die ganze Welt. Die Aufführung hatte drei Abschnitte und zwei Pausen. Leider waren die Lichtverhältnisse sehr schlecht und die Bilder ziemlich verwackelt, daher wurde aus allen Bildern eine Collage hergestellt, damit man die Unschärfe nicht so stark wahrnimmt.

Links

 

Unterschiedliche Temperaturwahrnehmung in Wien im Waldviertel
+10°C – Die Waldviertler pflanzen Blumen
+5°C – Die Waldviertler nehmen ein Sonnenbad, falls die Sonne noch über den Horizont steigt.
+2°C – Italienische Autos springen nicht mehr an.
0°C – Destilliertes Wasser gefriert.
-1°C – Der Atem wird sichtbar. Die Waldviertler essen Eis und trinken kaltes Bier.
-4°C – Die Katze will mit ins Bett.
-10°C – Saisoneröffnung am Ottensteiner Stausee.
-12°C – Zu kalt zum Schneien.
-15°C – Amerikanische Autos springen nicht mehr an.
-18°C – Die Waldviertler drehen die Heizung auf.
-22°C – Französische Autos springen nicht mehr an. Zu kalt zum Eislaufen.
-23°C – Politiker beginnen, die Obdachlosen zu bemitleiden.
-24°C – Deutsche Autos springen nicht mehr an.
-26°C – Aus dem Atem kann Baumaterial für Iglus geschnitten werden.
-29°C – Die Katze will unter den Pyjama.
-30°C – Kein richtiges Auto springt mehr an. Der Waldviertler flucht, tritt gegen den Reifen und startet seinen Traktor.
-31°C – Zu kalt zum Küssen, die Lippen frieren zusammen. Trainigsauftakt beim SC Sparkasse Zwettl
-35°C – Zeit, ein mehrwöchiges heißes Bad zu planen. Die Waldviertler schaufeln den Schnee vom Dach.
-39°C – Quecksilber gefriert. Zu kalt zum Denken. Die Waldviertler schließen den obersten Knopf am Hemd.
-40°C – Das Auto will mit ins Bett. Die Waldviertler ziehen einen Pullover an.
-44°C – Mein Kollege aus dem Waldviertel überlegt, evtl. das Bürofenster zu schließen.
-45°C – Die Waldviertler schließen das Klofenster.
-50°C – Die Waldviertler tauschen die Fingerhandschuhe gegen Fäustlinge.
-70°C – An der Hauptschule in Gmünd wird ein Langlaufausflug organisiert.
-75°C – Die Waldviertler setzen eine Haube auf
-120°C – Alkohol gefriert. Die Stimmung im Waldviertel sinkt.
-270°C – Die Hölle friert zu.
-273,15°C – Absoluter Nullpunkt. Die Waldviertler geben zu: „Ja, es ist etwas kühl, gib‘ mir noch einen Schnaps zum Lutschen.“
Quelle: Radio Wien

When the snow falls wunderbar,
and the kinder happy are,
When the glatteis on the street,
And we all a Glühwein need,
Then you know, es ist so weit:
She is here, the weihnachtszeit.

Every Parkhaus is besetzt,
Weil die people fahren jetzt,…
All to merkur, mediamarkt,
Kriegen nearly herzinfarkt,
Shopping hirnverbrannte things,
And the Christmas glocke rings.

Mother in the kitchen bakes,
Schoko-, nuss- and mandelkeks,
Daddy in the nebenraum,
Schmücks a riesen weihnachtsbaum,
He is hanging on the balls,
when he from the leiter falls.

Finally the kinderlein,
To the zimmer kommen rein,
And it sings the family,
Schauerlich: „Oh Christmastree“,
And a jeder in the house,
Is packing the geschenke aus.

Mama finds under the tanne,
A super neue Teflon-Pfanne,
Papa gets schlips and socken,
Every does frohlocken,
President speaks in the TV,
All around is harmonie,
Bis mother in the kitchen runs:
In Ofen burns the Weihnachtsgans.

And so comes the Feuerwehr,
With Tatü Tata daher,
And they bring a long, long schlauch,
And a long, long leiter auch,
And they schrei: „Wasser Marsch!“,
CHRISTMAS NOW IS IN THE ARSCH!!!