Kuhhandel

Politik

Gegeben sind zwei Kühe.

Christdemokrat: Der Christdemokrat besitzt zwei Kühe. Der Nachbar besitzt keine.
Er behält eine und schenkt dem armen Nachbarn die andere. Danach bereut er es.

Sozialist: Der Sozi besitzt zwei Kühe. Der Nachbar besitzt keine.
Die Regierung nimmt ihm eine ab und gibt diese dem Nachbarn.
Sie werden gezwungen, eine Genossenschaft zu gründen, um dem Nachbarn bei der Tierhaltung zu helfen.

Sozialdemokrat: Der SPDler besitzt zwei Kühe, der Nachbar keine. Er fühlt sich schuldig, weil er erfolgreicher arbeitet.
Er wählt Leute in die Regierung, die seine Kühe besteuern. Das zwingt ihn, eine Kuh zu verkaufen, um die Steuern bezahlen zu können.
Die Leute, die er gewählt hat, nehmen dieses Geld, kaufen eine Kuh und geben diese dem Nachbarn.
Er fühlt sich rechtschaffen. Udo Lindenberg singt für ihn.

Freidemokrat: Er besitzt zwei Kühe. Der Nachbar besitzt keine. Na und?

Kommunist: Der Kommunist besitzt zwei Kühe, der Nachbar keine.
Die Regierung beschlagnahmt beide Kühe und verkauft ihnen die Milch. Sie stehen stundenlang für die Milch an. Sie ist sauer.

Kapitalist: Der Kapitalist besitzt zwei Kühe von denen er eine verkauft. Von der Erlös kauft er einen Bullen, um eine Herde zu züchten.

Gemeinwohl-Ökonom: Sein Mittagstisch wird vom Staat gedeckt. Was er (oder auch sein Nachba) mit seinen Kühen macht, liegt ganz in seinem Ermessen, seinen Möglichkeiten oder seiner Initiative. Genaugenommen kann er seinen Hof auch verlassen und in die Stadt ziehen, ohne dass er danach Hunger leiden muss oder irgend jemanden dafür Rechenschaft schuldig wäre. Wichtig ist das „kann“.

Verschiedene Länder

Gegeben sind ein Bauer mit zwei Kühen.

Deutschland: Mittels modernster Gentechnik werden die Tiere redesigned, so dass sie alle blond sind, eine Menge Bier saufen, Milch von höchster Qualität geben und 160 km/h laufen können. Leider fordern die Kühe 13 Wochen Urlaub im Jahr.

Japan: Mittels modernster Gentechnik erreicht der Bauer, dass die Tiere auf ein Zehntel ihrer ursprünglichen Größe reduziert werden und das Zwanzigfache an Milch geben. Jetzt kreiert er einen cleveren Kuh-Cartoon, nennt ihn Kuhkimon und vermarktet ihn weltweit.

Großbritanien: Beide Kühe werden wahnsinnig.

Italien: Der Bauer besitzt zwar zwei Kühe, aber er weiß nicht, wo sie sind. Während er sie sucht, sieht er eine schöne Frau. Er macht Mittagspause. Das Leben ist schön.

Frankreich: Der Bauer streikt, weil er drei Kühe haben will. Er geht Mittagessen. Das Leben ist schön.

USA: Der Bauer verkauft eine und least sie zurück. Er gründet eine Aktiengesellschaft. Er zwingt die beiden Kühe, das Vierfache an Milch zu geben.
Er wundert sich, als eine tot umfällt.
Es folgt eine Presseerklärung, in der der Bauer erklärt, er hätte die Kosten um 50% gesenkt. Die Aktien steigen.

EU: Die EU nimmt dem Bauern beide Kühe ab, tötet eine, melkt die andere, bezahlt eine Entschädigung aus dem Verkaufserlös der Milch und schüttet diese dann in die Nordsee.

Dienstreise

Faymann, Spindelegger und Prammer sind auf Wahlkampf-Tour durch ganz Österreich.

Sie besuchen ein Kinderheim, finden alles wunderbar und bewilligen
30.000 Euro für den Ausbau.

Danach besuchen sie ein Spital, auch dort ist alles prächtig. (Die Klagen bei der Patientenanwaltschaft ließ man politisch korrekt unberücksichtigt) Sie bewilligen gemeinsam 300.000 Euro.

Schließlich besichtigen sie ein Gefängnis. Ohne mit der Wimper zu zucken, bewilligt Faymann 100 Millionen Euro aus Steuergeldern für die Modernisierung der Einzelzellen.

Spindelegger und Prammer sehen ihn verwundert an.

Für das Kinderheim haben wir 30.000 Euro bewilligt. Gut.
Für das Spital haben wir 300.000 Euro bewilligt. Gut.
Aber warum gleich 100 Millionen Euro für das Gefängnis?

Faymann stellt politisch korrekt die Gegenfrage:
Glaubt ihr, wir drei kommen noch einmal ins Kinderheim?