Maria Peksa (geb. Pohan) war eine Schwester meiner Großmutter Julie. Sie heiratete den Lebensmittelhändler Josef Peksa. Sie hatten eine Tochter, meine Tante Ludmilla. Ihr Geschäft befand sich in der Hauffgasse 14.

Marie starb 1932 im Alter von nur 37 Jahren und Josef Peksa heiratete später ein zweites Mal eine Frau, die ich in der Diktion meiner Tante Milli als „fotrová“ kannte. Es war die Stiefmutter meiner Tante und wohnte in der Lorystraße 4 und meine Tante besuchte sie oft. Dieses Wort „fotrová“ entstammt der Sprache des Kuchl-Böhmisch und ist eine tschechiche Variante vdes wienerischen „Vater“(Vota), das man im Kuchl-Böhmisch als „fotr“ aussprach und die Form „fotrová“ heißt soviel wie „die Frau des Vaters“.

Vor dem Krieg wohnten meine Großeltern in der Grillgasse 38/Herbortgasse 25 und meine Mutter ging in die tschechische Volksschule in der Brehmstraße. Meine Mutter wurde von meiner Ruftante Hanni (Hirmann) von der Schule abgeholt und beim Heimweg machten sie einen kleinen Umweg in das Geschäft der Tante in der Hauffgasse eine Pause und meine Mutter bekam regelmäßig Süßigkeiten.

Der Name „Peksa“ hat im Tschechischen keinen besondere Bedeutung. Einer meiner Lehrerkollegen hieß „Pexa“, eine ebenfalls übliche Schreibweise dieses Namens. Und dieser Kollege erzählte mir, dass er seinen Familienstammbaum zurückverfolgt hätte und dass dieser Name auf einen spanischen Landsknecht zurückginge, der in den Zeiten des 30-jährigen Kriegs in Böhmen sesshaft geworden ist. Sein Name war allerdings „Pescador“, also „Fischer“. Wahrscheinlich war die Konsonantenstellung „sk“ für die tschechische Sprache ungewöhnlich und veränderte sich nach „ks“. Und „Peksa“ wieder klingt durchaus „tschechisch“.