Alles kommt und vergeht wieder. Es gibt nicht viele Dinge, die uns so lange begleiten wie mich der Computer-Club. Beim ComputerClub „ClubComputer“ ist es aber gelungen, dass ein Generationswechsel stattgefunden hat und daher die 1986 begonnenen Bemühungen auch heute, nachdem alle damaligen Protagonisten bereits in Pension sind, durch kompetente Nachfolger weitergeführt werden. Nachfolgend eine Geschichte dieses Vereins und seiner Vorgänger, verfasst von Werner Illsinger, punktuell ergänzt durch Franz Fiala.

Obwohl der IBM PC bereits 1981 auf den Markt gekommen war, dauerte es bis 1983 bis der erste „Clone“ ein Nachbau auf den Markt gekommen ist. Problem war das BIOS – das Basic Input Output System das in jedem Computer in einem Chip steckte und die Schnittstelle zwischen Hardware und Betriebssystem war. Das BIOS durfte ohne Zustimmung von IBM nicht kopiert werden – wohl aber war Reverse Engineering zulässig. Daher wurde ein BIOS in einem „Clean Room“ entwickelt – das zwar IBM kompatibel war, aber nicht von IBM lizensiert werden musste.

Die ersten Clones waren von Hardware Herstellern, die von IBM autorisiert waren. Diese Geräte waren naturgemäß zwar etwas günstiger als das Original – allerdings noch immer unerschwinglich. Mitte der 80er Jahre war es aber so weit, dass die PC Nachbauten in Taiwan gebaut wurden – von Herstellern von denen man noch nie etwas gehört hatte – zu relativ günstigen und daher erschwinglichen Preisen.

Damals, im Herbst 1985 wurden die ersten dieser Klones auf der IFABO präsentiert. Die erste Sammelbestellung im Herbst 1985 war noch eine spontane Eigeninitiative.
Die Geräte wurden mit Spedition nach Österreich geliefert und konnten direkt vom LKW beim damaligen Südbahnhof abgeholt werden. Das Gerät war ein Intel 8088 basierter PC in einem Klappdeckelgehäuse – das wie eine Motorhaube bei einem Auto geöffnet werden konnte – mit einem 5 1/4″ Floppy Disk Laufwerk (ohne Harddisk) und ohne Monitor um ungefähr 20.000 Schillingen (inflationsbereinigt vermutlich rund 2.000 EUR).

Eines dieser Geräte kostete ca. 20.000 Schilling (Umgerechnet inklusive der Inflation vermutlich über 2.000 EUR) und das war verglichen zu den Originalen von IBM doch recht günstig. Der PC hatte 256k Speicher und verfügte über ein 5 1/4″ Diskettenlaufwerk und keine Festplatte. Die Farbe des extra zu kaufenden Monitors konnte in Grün oder Bernstein gewählt werden.

Im Jänner 1986 wurde als Support-Organisation für die zahlreichen Käufer der Verein PCC-TGM gegründet. Der Vorstand des PCC-TGM bestand für viele Jahre etwa aus folgenden Personen, oft mit wechselnden Agenden (Obmann Rudolf König, Obmann-Stv. Robert Syrovatka, Kassier Klaus Eckl, Kassier-Stv. Walter Riemer, Schriftführer Leo Zehetner, Sekretär Franz Fiala.

Die Aktivitäten des PCC-TGM konzentrierten sich fortan auf die Unterstützung der Mitglieder bei der Beschaffung günstiger Peripherie und Software. Da das Kopieren von Software für private sowie Ausbildungszwecke damals legal war, wurde eine Software-Bibliothek aufgebaut. Mitglieder konnten sich aus dieser Bibliothek aktuelle Software für den privaten Gebrauch kopieren lassen. Sammelbestellungen für verschiedenste Peripherie-Geräte wurden organisiert und Spezialkonditionen für Mitglieder bei Händlern ausgehandelt (z.B. Vorsicht Hochspannung in der Großen Neugasse in Wien).

Im März 1996 erschien die erste Ausgabe der PCNEWS mit dem Titel „Ein neue Welt“.

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass diese spontane Aktion einer Sammelbestellung einmalig im österreichischen berufsbildenden Schulwesen war und es den Lehrern am TGM gelang, Computertechnologie im Unterricht einzusetzen, lange bevor das auch von offizieller Schulseite ermöglicht wurde. Das alles war möglich durch eine sehr aufgeschlossen Schulleitung unter Direktor Rudolf Plöckinger und den Abteilungsvorständen Peter Stelzl und Herbert Huber. Eine Auszeichnung der besonderen Art wurde dem Initiator, Franz Fiala stellvertretend für den Club zuteil. Er bekam das goldene Verdienstkreuz der Republik. Eine tolle Sache, oder?

In diesen Tagen wurde auch eine Mailbox eingerichtet. Der Aufwand für die Mailbox stieg im Laufe der Jahre wurde aber nur von einem Teil der Mitglieder genutzt. Daher wurde der Mailbox-Dienst vom PCC-TGM abgekoppelt und zwar nach einem Modell, bei dem das PCNEWS-Verrechnungsmodell Pate stand. Sowohl PCNEWS als auch die Mailbox wurden unabhängig vom PCC-TGM betrieben und dann zu einem festgesetzten Preis an den Verein abgegeben. Der PCC-TGM zahlte daher nur so viel als seine Mitglieder die Mailbox nutzten. Es zeigte sich, dass dieses Verrechnungsmodell sehr praktisch für alle Seiten war.

Daher wurde der CCC (Computer Communications Club) am 2.5.1995 in der konstituierenden Generalversammlung in der HTL Wien IV Argentienierstraße (jetzt HTL Rennweg) gegründet. Der Direktor der HTL Wien IV Argentinierstraße Martin Weissenböck (jetzt HTL Wien III Rennweg), der uns bei der Gründung unseres Vereins mit Rat und Tat zur Seite stand, wurde bei der Konstituierenden Generalversammlung einstimmig zum Ehrenmitglied im CCC ernannt.

Als eine der ersten Clubleistungen wurde per Juli 1995 der Betrieb der Mailbox vom PCC-TGM (Personal Computer Club am TGM) übernommen. Ab 1. Juni 1995 war die FidoNet-Mailbox „His Master’s Voice“ die offizielle Clubmailbox des CCC. Der Sysop der Mailbox Werner Illsinger wurde bei der Generalversammlung zum Präsidenten des CCC gewählt.

Auch die Clubzeitschrift PCNEWS, die der PCC-TGM ehemals alleinig herausgegeben hatte, wurde nun von mehreren Vereinen (unter anderem auch dem CCC) gemeinsam herausgegeben. Die Mitglieder des CCC können unter einigen Mitgliedskategorien wählen, bei denen bei einigen auch die PCNEWS enthalten waren. Der Redakteur und Verleger der PCNEWS, Franz Fiala wurde bei der konstituierenden Generalversammlung am 2.5.1995 einstimmig zum Vizepräsidenten des CCC gewählt.

Im Dezember 1995 hat der CCC bereits über 350 Mitglieder.

Ein World Wide Web Server wurde im Dezember 1995 ins Leben gerufen und war eine weitere Initiative des CCC in neue Gebiete der Telekommunikation vorzudringen und seinen Mitgliedern weiterhin mit Rat und Tat und neuen Technologien zur Seite zu stehen.

Im Juni 1996 wurde unsere Mailbox HMV auch via Standleitung an das Internet angeschlossen. Damit war es auch möglich, unsere Mailbox via TELNET zu erreichen. Die Mailboxen verwendeten auch das Internet, um Daten kostengünstig miteinander auszutauschen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Mailboxen darauf angewiesen, über Telefon Wählleitungsmodem zu enorm teuren Tarifen die Daten untereinander auszutauschen.

Mitte 1996 gelang uns der nächste große Schritt in unserer Vereinsgeschichte. Wir konnten unseren Einwahlknoten ins Internet in Wien in Betrieb nehmen. Ende 1996 folgte der Knoten St. Pölten der von der Firma CM-Computer betrieben wurde.
1997 war finanziell auch ein besonders problematisches Jahr, da durch die Übersiedlung vom 12. in den 10. Bezirk auch hohe Investitionskosten entstanden sind (Telefonanlage, Leitungsübersiedlung, etc.). Zusätzlich wurde in den weiteren Ausbau des Internet – Einwahlknotens investiert (weitere Einwahlmodems und ISDN, X2 Einwahl).

1998 hatten wir einen schweren Rückschlag mit unseren Internet Bemühungen zu verzeichnen. CM Computer hat sein Geschäft in St. Pölten geschlossen und sich auch aus unserer Partnerschaft bezüglich Internet verabschiedet. Zurückgeblieben sind einige verärgerte Kunden in St. Pölten und ein Haufen Kosten für die Leitung. Nachdem CM Computer auch noch die Telefongebühr nicht bezahlt hat, und uns auch die Leitungen nicht überschrieben hat, ging der Internet Knoten in St. Pölten leider verloren. Dafür haben wir den Knoten in Wien weiter ausgebaut.

1999 war ein sehr gutes Jahr. Wir haben die Einwahlleitungen auf unserem Knoten Wien verdoppelt und gegen sehr professionelle Hardware (3COM Total Contol Einwahlserver mit ISDN Multi Anschluss), der auch von vielen anderen Providern eingesetzt wurde, getauscht. Unsere Proxy Server sind mittels Clustering Lösung und Windows 2000 ausfallsicher geworden. Das hat alles zu einer wesentlichen Qualitätssteigerung beigetragen – auf die wir auch sehr stolz waren.

Das Jahr 2000 stand im Zeichen der Veränderung. Wir wollten uns zukünftig Richtung Content Provider entwickeln. Dort kommen wir mit unserer Mailbox auch her – und unseren Clubmitgliedern einiges online bieten. Zum Beispiel Diskussionsforen, Shareware, usw. Ebenso wollten wir den erreichten Qualitätsstandard noch weiter heben.

Im Jahr 2001 mieteten wir unser neues Clublokal im Club 217 in Ottakring. Zusätzlich stießen einige Mitglieder des Psion User Clubs zu uns und die CCC Mobile Division unter Leitung von Paul Belcl wird gegründet. Unsere regelmäßigen Clubabende übersiedelten aus diversen Gasthäusern in unser fixes Clublokal.

Das Jahr 2002 war ein relativ ruhiges Jahr. Neuerungen gab es im Mail Bereich. Unsere Mailboxen übersiedeln auf einen neuen Mail Server und die Mailboxen waren jetzt auch über Webmail abrufbar. Das Onlinesystem wurde weiter ausgebaut. Zusätzlich wurde der CCC Mitglied in der INETA (International .NET Association).

2003 wurde wieder einiges in die Infrastruktur der Internet Anbindung gemeinsam mit unserem Partner CC Communications (damals CCC.at Internet Services) investiert. Die Übersiedlung der gesamten Hardware aus der ehemaligen HTL Wien IV in die neue HTL Wien III wurde begonnen. Dabei wurden auch neue Leitungsanbindungen in Wien III (zu Atnet Q5 – endbündelte XDSL Leitung) und in Wien X (UTA Anbindung an das VIX über ATNET) geschaltet. CC Communications wurde auch Registrar für .at Domains und hatte einen Reseller Vertrag abgeschlossen und konnte nun auch internationale Top Level Domains anbieten. In diesem Clubjahr fanden wie üblich 12 Clubtreffen statt – meistens mit Vorträgen (Highlight war ein Vortrag zum Thema 3D Darstellung am PC). Zusätzlich fand ein großer Clubabend zum Thema Windows Server 2003 im Exnersaal des TGM statt.

2004 wurde „HELM“ als neues System zur Verwaltung der Webspaces eingeführt. Mit Hilfe dieses Systems können die Mitglieder Ihre Webs, E-Mail-Adressen, usw. selbst verwalten. Es fanden 2004 ebenfalls unsere monatlichen Clubabende im Clublokal statt.

2005 wurde unser neues Portal auf Basis iPortalx eingeführt. Der Diskussionsbereich wurde mittlerweile schon sehr intensiv genutzt. Der Club wurde in 4 Themenbereiche (Arbeitsgruppen) unterteilt: www.clubpocketpc.at (http://www.clubpocketpc.at/) (PocketPC und Windows Mobile), www.clubwindows.at (http://www.clubwindows.at/) (Windows im Unternehmenseinsatz), www.clubdot.net (http://www.clubdot.net/) (Software Entwicklung mit .NET), www.digitalhome.at (http://www.digitalhome.at/) (Der PC im Heimeinsatz). Es fanden monatlich unsere Clubabende statt, bei dem es immer einen Vortrag zu einem bestimmten Thema gab. Ferdinand de Cassan ergäntze unser Team als Direktor für Marketing und Kommunkation.

2006 wurden unsere Clubabende auf zwei Abende pro Monat ausgeweitet. Am ersten Donnerstag im Monat zum Thema ClubPocketPC – am 3. Donnerstag im Monat zum Thema ClubDigitalHome. Christian Haberl unterstützt uns als Direktor für den Bereich DigitalHome mit seinem Spezialwissen rund um Windows Media Center und Sicherheit. Vom 24. bis zum 26. November ist ClubComputer erstmalig als Aussteller auf dem Österreichischen Spielefest vertreten. Per 29. Dezember 2006 wird ClubComputer als Verein offiziell ins Vereinsregister eingetragen.

2007 wird bei der Generalversammlung von Personal Computer Club am TGM (PCC-TGM) und Computer Communications Club (CCC) – der Beitritt beider Vereine zu ClubComputer beschlossen. ClubComputer tritt somit als Dachorganisation beider Vereine auf. Alle Mitglieder von PCC und CCC werden damit automatisch unterstützende Mitglieder von ClubComputer. Zusätzlich zu den beiden existierenden Clubabenden wird ein dritter Clubabend für System und Netzwerkadministratoren ins Leben gerufen (ClubSystem.Net) – der in der HTL Wien III stattfindet.
Aufgrund von Problemen des Betreibers unseres Clublokals Club217 übersiedeln alle Clubabende in die HTL Wien 3.

2010 wird in den Generalversammlungen beschlossen, die zwei Vereine PCC und CCC aufzulösen und mit ClubComputer zu verschmelzen. Damit wird die Verwaltung wesentlich vereinfacht. Alle Mitglieder von CCC und PCC bleiben somit Mitglied des Dachverbandes ClubComputer.at.

2011: Da die Clubabende in der HTL3 zwar eine sehr gute Infrastruktur haben (Internet, Beamer, etc.) – aber die Gemütlichkeit etwas zu wünschen übrig lässt, übersiedeln wir in unser neues Clublokal Junior’s Nepomuk (jetzt Simmeringer Bier- und Kulturschmankerl) nach Simmering. WHMCS wird zu Jahresende als neues Verwaltungssystem eingeführt und die Verrechnung auf das neue System umgestellt. Zusätzlich wird HELM durch die Verwaltungssoftware WebSitePanel abgelöst. Die Umstellung aller E-Mail Adressen auf das Mail Server Programm Mailenable wird durchgeführt.

2012: Umstellung auf die neue Portalsoftware vBulletin und Umstellung von Helm auf WebSitePanel für die Verwaltung der Webspaces.

2015: Gründung der Digital Society mit Sitz am Graben, 1010 Wien