Empörung

Warum ist man empört, wenn Flüchtlinge Smartphones haben, aber nicht, wenn 62 Männer die Hälfte des weltweiten Vermögens besitzen?

Die folgende Grafik aus der Wikipedia zeigt das noch drastischer. 99.9% der Weltbevölkerung besitzen ca. 20% des Weltvermögens. 0,1% besitzt 80% des Vermögens.

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Von Global Distribution of Wealth v3.jpg: Guest2625Vectorized by JasperOCommonsAdditional changes by Patrick87 – Derived from Global Distribution of Wealth v3.jpg.Original source: Henry, James, „The Price of Offshore Revisted: New Estimates for Missing Global Private Wealth, Income, Inequality, and Lost Taxes“, Press Release, Tax Justice Network, July 2012, pp 5., CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=26005100
Die 62 (oder, wenn man will auch die 0,1%) können sich unseren Blicken entziehen (wir können uns also mit ihnen nicht vergleichen) aber die Flüchtlinge nicht. Aber auch, wenn wir uns vergleichen könnten; man will ja immer irgendwie auch einmal ein Sieger sein. Bei den Reichen wäre man immer Zweiter, bei den Flüchtlingen aber nicht.

Es gibt die leider falsche Meinung, dass es alle schaffen können, wenn sie nur fleißig arbeiten, dass also die 62 sich ihr Vermögen erarbeitet hätten. So ist es aber nicht. Ihnen wurde das Vermögen durch die liberalen Rahmenbedingungen, durch falsch interpretierte Menschenrechte, durch religiösen Wahn (Reichtum ist gottgefällig, wer arm ist, ist selber schuld), durch eine Ohnmacht des Staates und ansonsten durch nichts als Zufall  in die Hände gespielt.

Erst wenn die ersten Staaten durch die Aushöhlung durch Konzerne kollabieren, wird man sich vielleicht darauf besinnen, wie wichtig Solidarität ist. Gestern die Solidarität der arbeitenden Bevölkerung gegen das Kapital und heute die Solidarität der Nationalstaaten gegenüber den Konzernen.

Links

Das Gute an der Alternativmedizin

Ein toller Artikel!
Dennoch möchte ich – als ein Durch-und-Durch-Skeptiker mit einem Aspekt ergänzen, der der Homöopathie&Co etwas abgewinnen kann, das aber leider bei mir selbst nicht funktioniert, eben weil ich diesen Methoden ablehnend gegenüber stehe.
Bei der Betreuung meiner 88-jährigen Schwiegermutter bin ich oft in der Apotheke. Es kommt mir sonderbar vor, wenn ausgebildete Pharmazeuten ihren Kunden ohne Wimpernzucken Globuli verschreiben und dabei todernst irgendwelche Anweisungen geben, wann das zu nehmen sei und auf was sonst man achten müsse.
DoseOscillococcinum[1] (Bild Wikipedia, Artikel „Globuli“)
 
Die Apotheker absolvieren eine komplexe Ausbildung, die alle Informationen darüber vermittelt, was, wann wirkt und was nicht wirken kann. Und sie handeln bei einer solchen Beratung ganz gegen dieses Wissen. (Sie werden aber auch noch dadurch verunsichert, dass es auf den Hochschulen sogar Institute gibt, die sich mit „Alternativmedizin“ beschäftigen, die also Wissenschaftlichkeit vortäuschen, wo gar keine ist.)
 
Es gibt aber einen Grund, warum dieses System unterm Strich doch diese eine Wirkung hat, die des Placebo. Diese Wirkung ist messbar. Und sie ist teuer erkauft; extrem teuer. Diese Wirkung hat es, aber nur dann, wenn alle Beteiligten, von den empfehlenden Ärzten, der Werbung, dem Apotheker bei ihrer Behauptung bleiben und Wirkung versprochen wird (auch wenn keine da ist). Dieses Geflecht an (Schein-)Kompetenzen gibt dem Patienten die Möglichkeit, das Placebo auch anzunehmen.
 
Würde etwa ein Arzt sagen, dass er gegen eine berichtete Erkrankung nichts tun könne, er dann rote Kügelchen verabreicht, und dazusagt, dass gar keine Wirkstoffe enthalten sind, dann würde sich doch jeder Patient verarscht vorkommen.
 
Da aber der Arzt etwas (zum Beispiel rote Kügelchen) verschreibt, das wie ein Medikament ausschaut, einen Beipacktext enthält und mit ernster Mine verschrieben wird, glaubt der Patient an die Möglichkeit einer Verbesserung seines Zustandes, das Placebo wirkt.
 
Die Wirkung eines Placebos beruht auf Vertrauen.
 
Wer auf Homöopathie&Co wegen einer Einsicht in die Zusammenhänge nicht vertraut (also zum Beispiel Florian Freistetter und der Franz Fiala), dem kann durch dieses Placebo auch nicht geholfen werden. Das Vertrauen ist aber nur gegeben, wenn der Patient den Eindruck hat, er würde behandelt. Würde daher der Apotheker mit der Wahrheit herausrücken, dann würde er nicht nur einen Kunden sondern der Kunde auch noch die Wirkung dieses geringen Placeboeffekts verlieren.
 
Überspitzt gesagt gewinnen alle Jünger der „Alternativ-Medizin“ die Wirkung eines Placebos, etwas, das den Skeptikern entgeht.
 
Denn es genügt nicht, dass der Arzt in seinen Schrank greift und dem Patienten etwas (völlig Wirkungsloses) gibt. Es gehört dazu auch das seriös erscheinende Drumherum einer Scheinmedizin, bestehend aus Literatur, Institut, Berufsbezeichnungen, einer genau definierten Methode und einer ganzen Industrie, die diese Scheinmedizin vertritt.
 
Erst dann wirkt das Placebo, vorher nicht.

Letzte Worte

Wenn ein Mensch stirbt, versinkt mit ihm eine ganze Welt und nur wenige können darüber berichten. Ich berichte hier über Milada, die letzte, meiner Verwandten, die noch die Welt meiner Kindheit gekannt hat.

Meine Tante Milada und und mein Onkel Ludwig waren in den 50er Jahren regelmäßige Besucher der Pfarrwiese. Hier ist ein Bild von ihrer Hochzeit aus dem Jahr 1957:

1957- Fiala_Ludvik_Milada(Kostal) Hochzeit_0012

Sie waren beide begeisterte Volleyball-Spieler (meine Tante schaffte es sogar in die österreichische Nationalmannschaft) und Miladas Schulfreund Walter Zeman war einer der Stars der damaligen Rapid-Mannschaft, ein wichtiges Motiv für ihre Besuche auf der Pfarrwiese. Sie erzählte mir, dass Walter als Schüler täglich von einem Bus aus dem Süden Wiens (Vösendorf) in die tschechische Schule gebracht wurde. Walter Zeman gehörte wie auch die Fialas der tschechischen Minderheit in Wien an. Die Tschechen betreiben in Wien für ihre Kinder seit mehr als 100 Jahren Schulen mit tschechischer Unterrichtssprache.

Es war nicht untypisch für die damalige Wiederaufbaugeneration, dass sich die junge Familie ihre Besuche am Fußballplatz nach und nach einstellte und sich mehr den eigenen sportlichen Aktivitäten und dem Beruf zuwandte.


Es muss um das Jahr 2008 gewesen sein. als neben unseren Abositzen in St. Hanappi ein Platz frei geworden ist und Florian und ich beschlossen, diesen Platz unserer Tante zu schenken, weil wir wussten, dass sie eine besondere Nähe zu Rapid hatte. Und so war es. Wenigstens vier Jahre lang besuchte sie mit uns jedes Heimspiel von Rapid. Sie fühlte sich in dieser Umgebung wirklich in ihre Jugend zurückversetzt. Hier ein Bild vom 1. August 2010 vom Spiel Rapid-RedBull (2:1) auf den Stiegen vom Abgang 4 im Hanappi-Stadion. (vlnr.: Franz, Milada, Florian)

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Eine schwere und für asketische Sportler völlig untypische Venenerkrankung beendete im Sommer 2012 unsere gemeinsamen Besuche. Immer wieder brachte ich sie ins Spital und versorgte sie seither.


Um den ersten April 2016 besuchte ich sie im Pflegeheim Obezellergasse. Sie war nach einem Oberschenkelhalsbruch und einer Beinamputation schon sehr geschwächt und hat mich nicht mehr erkannt. Ich wusste nicht recht, was ich ihr sagen sollte.

In diesen Tagen arbeitete ich auch an meiner Bildersammlung und dazu gehören auch historische Bilder von Rapid-Spielern.

Ich suchte daher bei meinem Besuch auf meinem Handy die Bilder-Seite und dort ihren ehemaligen Mitschüler Walter und zeigte ihr das Bild. Hier ist der direkte Link zu dieser Seite.

Zeman Walter

Sie erkannte ihn sofort und sagte wie aus einem Traum: „Ja, das ist der Walter Zeman.“ Sonst sagte sie nichts mehr. Es war das letzte, was ich von ihr gehört habe.

Goldene Regel

Im Teilbereichen, wie zum Beispiel bei der Goldenen Regel, sind sich die großen Religionen ziemlich einig.

Christentum

Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch. (Matthäus 7:12)

Sikhismus

Ich bin ein Fremder für niemanden und niemand ist ein Fremder für mich. (Guru Grant Sahib, S. 1299)

Zarathustrismus

Tue anderen nicht an, was dir schadet! (Shayast-na­Shayast 13.29)

Hinduismus

Tue anderen nichts an, was dir, wenn es dir selbst angetan würde, Schmerz verursachen würde. Dies ist die Essenz aller Moral. (Mahabharata 5.1517)

Judentum

Was dir selbst verhasst ist, tue deinem Nächsten nicht an. (Talmud, Shabbat 31 a)

Janaismus

Man sollte alle Lebewesen so behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte. (Mahavira Sutrakritanga 1,11,33)

Islam

Keiner von euch ist wahrhaft gläubig, solange ihr nicht anderen wünscht, was ihr für euch selbst begehrt. (Der Prophet Muhammad, Hadithch)

Buddhismus

Behandle andere nicht auf eine Weise, von der du denkst, dass sie dich selbst verletzen würde. (Der Buddha, Udana-Varga 5,18)

Taoismus

Betrachte den Gewinn deines Nachbarn als deinen Gewinn und seinen Verlust als deinen Verlust. (Tai-shang Kang-ying P’ien)

Serverausfall 9:40-13:40

Mitten in einem Satz ließ sich ein Text für die WordPress-Seite nicht mehr speichern. Keine zwei Minuten danach läutete das Telefon und Werner bestätigt, dass nichts geht. Alle Server und die Leitungen sind down.

Eigentlich wollte ich schon unseren Provider anrufen, doch da gleichzeitig zwei Leitungen und damit alle Server ausgefallen sind, vermutet Werner, dass es eher im Bereich der HTL liegt.

Ein Telefonat mit Abteilungsvorstand Hager bringt Klarheit, ein Stromausfall; einer von der gröberen Sorte. Sicherungsschalter hochkippen geht da nicht mehr, das sind gröbere Sicherungen. Es dauert einige Zeit, bis der Elektriker vor Ort ist.

Als ich in den Keller der HTL komme, ist es gespenstisch still und überall brennt nur Notlicht.

Nach einiger Zeit aber hört man plötzlich wieder das Heulen der Ventilatoren. Alles läuft wieder, glaubt der Laie. Die Wahrheit ist, dass zwar alle Server hochgefahren sind aber dennoch keine Verbindung nach außen besteht.

Ferngesteuert

Leider ist Werner dienstlich unterwegs und ich stehe vor den Blechkisten und führe Anweisungen von Werner aus. Eine Ferndiagnose vor Werner ortet rasch die Schuldigen; es sind zwei CISCO Switches C6504 . Einer ist für die Anbindung der Glasfaserleitung zuständig, der andere für die Versorgung des Clubnetzwerkes. Bei beiden muss das Betriebssystem-Image über eine serielle Schnittstelle neu installiert werden.

Welcher PC hat heute noch eine serielle Schnittstelle? Richtig, keiner. Daher hat Werner einen Uralt-Laptop für diesen Zweck zum Einsatz gebracht.

Ein Laptop mit serieller Schnittstelle dient als Terminal zu den CISCO-Routern
Ein Laptop mit serieller Schnittstelle dient als Terminal zu den CISCO-Routern

Damit die Zeit vergeht, führe ich den Vorgang zuerst einmal an zwei falschen Geräten aus, eine Art Vorübung.

Hier sieht man die entscheidende Sequenz zum Booten des Switch. dir disk1: und boot disk1:
Hier sieht man die entscheidende Sequenz zum Booten des Switch. dir disk1: und boot disk1:

Der Bootvorgang dauert pro Gerät etwa 20 Minuten. Das Ziel soll sein, dass auf dem Gerät vier Kontroll-LEDs den richtigen Betriebszustand anzeigen.

Zwei CISCO-Router/Switches C6504. Oben funktionsfähig, unten noch nicht gebootet.
Zwei CISCO-Router/Switches C6504. Oben funktionsfähig, unten noch nicht gebootet.

Während dieser Zeit kommt ein Elektriker und arbeitet an dem Sicherungskasten. Er beruhigt mich, es werde keinen Ausfall mehr geben.

Nachdem alle Geräte korrekt gebootet sind, ist der Fehler immer noch nicht behoben. Alles leuchtet grün aber es gibt keine Verbindung.

Ich muss auf Christian Schöndorfer warten, der mit diesen CISCO-Switches vertraut ist und in einer weiteren Telefonkonferenz mit Werner einige geheimnisvolle Kommandos absetzt aber auch keinen Fehler findet.

Darstellung der Routen auf einem Switch
Darstellung der Routen auf einem Switch

Christian vermutet den Fehler in der Firewall, einen Schrank weiter. Ich verbinde mich mit der Firewall und Christian setzt einige Pings ab, worauf Werner schon frohlockt, dass erste Dienste wieder funktionsfähig wären.

In der oberen Firewall war der Fehler
In der oberen Firewall war der Fehler

Was also war der Fehler?

Christian vermutet, dass die beiden Firewalls, die in einem Load-Balancing-Betrieb arbeiten, sich nicht protokollarisch verständigen konnten aber das manuelle Absetzen der PING-Befehle über die Konsole die Firewall „geheilt“ hat.

Es war etwa so wie Handauflegen.

Christian berichtet, dass der Serverraum mit 35 A abgesichert ist aber ein Strom von 53 A fließt. Da müssen wir etwas unternehmen, um nicht gleich wieder in einen Stromausfall zu geraten.

Als erste Maßnahme wurden fünf nicht mehr aktive Server stillgelegt.

Als nächstes müssen wir herausfinden,  ob es einen auffälligen Stromfresser gibt. Wir sind aber nicht allein im Serverraum, es gibt auch noch die Server der Schule.

Nachdem der Statusreport nur mehr grüne Pfeile nach oben zeigt, mache ich mich auf den Heimweg. Vier Stunden hat der Spuk gedauert.

Vierstündiger Ausfall am 20. Oktober
So stellt sich der Ausfall grafisch auf status.ccc.at dar

Flügel

Hoppala

Durch ein Hoppala sind wir mit kurzer Hose in einer Premiere gelandet. Aufgefallen ist das erst beim Einlass in das Rabenhof-Theater als Florian bemerkt, „schau, des ist ja der Vitásek“. Ich grüße ihn freundlich, Andreas Vitásek grüßt freundlich zurück aber nach einem Blick auf den Herrn vor mir weiß ich, dass da was nicht stimmt. Denn an der Garderobe steht Christoph Wagner-Trenkwitz  und hier grüßt man sich nicht, auch wenn man das Gegenüber kennt. Das Rabenhof ist voller Promis.

Ich erinnere mich an den 7. September. Es war ein Montag. Wir hatten kein Programm und ich dachte, vielleicht gibt es irgendwo ein Kabarettprogramm. Rabenhof aufgeschlagen, tatsächlich, die Vorstellung vom 7. heißt „Flügel“, prominent besetzt mit Florian Scheuba und Robert Palfrader. Der Versuch zu buchen, gelingt. Es gibt gerade noch zwei Karten in der zweiten Reihe. Bingo! So ein Glück. Wir fahren um 17:30 los, um die Karten an der Kassa zu holen und danach noch etwas essen zu gehen. Der Plan war gut, das Theater aber geschlossen. Zufällig kommt ein Arbeiter aus dem Theater und klärt uns auf, dass heute keine Vorstellung sei. Der Irrtum ist rasch aufgeklärt. Unsere Karten sind für den 7. Oktober und nicht für den 7. September. Da zufällig der 7. Oktober der erste Spieltag war, wurde er als erster Tag angezeigt und ich dachte, das wäre eben heute.

Einen Monat später dasselbe Spiel, wir holen die Karten – jetzt wirklich – und gehen in die nahe gelegenen Petrus und Paulus Stuben und kehren wieder zum Theater zurück. Da es nicht allzu kalt ist, bin ich noch im Sommer-Look mit kurzer Hose und Rapid-Jacke. Und da platzen wir in eine Premiere. Es war, als würden wir kurz in einem Seitenblicke Magazin gelandet sein. Christian Konrad, der Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung, Oliver Baier vom ORF-Rateteam, weitere Kabarettisten wie Werner Schneyder, Werner Sobotka, der Stadtpolitiker Karl Öllinger, Thomas Waldner  aus dem Rapid-Präsidium und viele andere. Gesehen haben wir nur die Hälfte, denn wer das Rabenhof kennt, weiß, dass es einen linken und rechten Abgang gibt und die jeweils andere Besucherhälfte sieht man nicht.

Im Stierkampf gegen RedBull
„Flügel“, ein Gewinn für Gegner von RedBull

Flügel

Wir wussten nicht, was da auf uns zukommt aber gleich stellte sich heraus, dass es um den Besitzer des in Fußballkreisen weniger geachteten Produkts RedBull geht. Die beiden Kabarettisten spielen sich selbst und erhalten einen Anruf aus der RedBull-Zentrale, ob sie nicht bei der Geburtstagsparty von Dietrich Mateschitz teilnehmen wollen. Eine solche Teilnahme wäre normalerweise ganz gegen die Prinzipien der Parade-Kabarettisten aber man will sich ja kooperativ zeigen und glaubt, mit der Nennung einer extremen Gagenforderung von 100.000 Euro sich an dem Auftritt vorbeischwindeln zu können. Weit gefehlt, der Sohn von Dietrich Mateschitz zahlt den geforderten Betrag – für jeden der beiden.

Was folgt ist eine Vorwegnahme des Festes mit einer ziemlichen Enttarnung der dann wohl anwesenden Schickeria wie Niki Lauda, Karl-Heinz Grasser, Peter Schröcksnadel und anderen. Wir erleben einen Streifzug durch die Welt von RedBull und nehmen die Erkenntnis mit, dass extremer Reichtum niemals die Folge irgendwelchen Fleißes ist sondern immer rein zufällig zustande kommt. (Wer dazu Näheres erfahren will, dem sei das Buch „Zahl, Zeit und Zufall“ von Rudolf Taschner empfohlen.) Wir erleben eine zur Religion überhöhte Firmenkultur, die treffend als Gott Vater (Dietrich Mateschitz), dessen 22-jähriger Sohn (als Gottes Sohn) und der Geist von RedBull symbolisiert wird.

Das Thema „RedBull“ wird wohl nicht ganz zufällig gewählt worden sein, denn Florian Scheuba ist als Rapid-Anhänger bekannt und nimmt in vielen seiner Stücke den Bezug auf Rapid, zuletzt im Stück „Ballverlust“ mit Alfred Dorfer.

In diesem Programm „Flügel“ wird die Gelegenheit benutzt, jenen Gegner aufs Korn zu nehmen, der in Fußballerkreisen eher als ein Fremdkörper verstanden wird. Es kann daher nicht ausbleiben, dass im Stück an zwei Stellen auch auf Rapid Bezug genommen wird.

Das ernüchternde Ende ist, dass sich die beiden in ihrer Rolle bei Mateschitz‘ Geburtstagsfeier wohl ziemlich überschätzt haben und im Getriebe der Großen wahrlich unter die Räder kommen. Ein ziemlich frustrierendes Ergebnis, denn das Geld wird letztlich zum Sieger erklärt.

Sie landen in einem eineinhalb minütigen Pausenfüller mit 300 Euro Gage als Bühnenumbau-Programm vor dem Auftritt der wirklich Großen, vor Robbie Williams.

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Eigentlich war ja Fotografierverbot aber vor dem Beginn und nach dem Ende habe ich mir doch ein paar Bilder erlaubt.

Wir Rapidler sind weltanschauliche Gegner von RedBull. Dieses Stück von Werner Sobotka liefert ein großes Spektrum alter und neuer Argumente gegen die Aktivitäten des RedBull-Konzerns.

Kuhhandel

Politik

Gegeben sind zwei Kühe.

Christdemokrat: Der Christdemokrat besitzt zwei Kühe. Der Nachbar besitzt keine.
Er behält eine und schenkt dem armen Nachbarn die andere. Danach bereut er es.

Sozialist: Der Sozi besitzt zwei Kühe. Der Nachbar besitzt keine.
Die Regierung nimmt ihm eine ab und gibt diese dem Nachbarn.
Sie werden gezwungen, eine Genossenschaft zu gründen, um dem Nachbarn bei der Tierhaltung zu helfen.

Sozialdemokrat: Der SPDler besitzt zwei Kühe, der Nachbar keine. Er fühlt sich schuldig, weil er erfolgreicher arbeitet.
Er wählt Leute in die Regierung, die seine Kühe besteuern. Das zwingt ihn, eine Kuh zu verkaufen, um die Steuern bezahlen zu können.
Die Leute, die er gewählt hat, nehmen dieses Geld, kaufen eine Kuh und geben diese dem Nachbarn.
Er fühlt sich rechtschaffen. Udo Lindenberg singt für ihn.

Freidemokrat: Er besitzt zwei Kühe. Der Nachbar besitzt keine. Na und?

Kommunist: Der Kommunist besitzt zwei Kühe, der Nachbar keine.
Die Regierung beschlagnahmt beide Kühe und verkauft ihnen die Milch. Sie stehen stundenlang für die Milch an. Sie ist sauer.

Kapitalist: Der Kapitalist besitzt zwei Kühe von denen er eine verkauft. Von der Erlös kauft er einen Bullen, um eine Herde zu züchten.

Gemeinwohl-Ökonom: Sein Mittagstisch wird vom Staat gedeckt. Was er (oder auch sein Nachba) mit seinen Kühen macht, liegt ganz in seinem Ermessen, seinen Möglichkeiten oder seiner Initiative. Genaugenommen kann er seinen Hof auch verlassen und in die Stadt ziehen, ohne dass er danach Hunger leiden muss oder irgend jemanden dafür Rechenschaft schuldig wäre. Wichtig ist das „kann“.

Verschiedene Länder

Gegeben sind ein Bauer mit zwei Kühen.

Deutschland: Mittels modernster Gentechnik werden die Tiere redesigned, so dass sie alle blond sind, eine Menge Bier saufen, Milch von höchster Qualität geben und 160 km/h laufen können. Leider fordern die Kühe 13 Wochen Urlaub im Jahr.

Japan: Mittels modernster Gentechnik erreicht der Bauer, dass die Tiere auf ein Zehntel ihrer ursprünglichen Größe reduziert werden und das Zwanzigfache an Milch geben. Jetzt kreiert er einen cleveren Kuh-Cartoon, nennt ihn Kuhkimon und vermarktet ihn weltweit.

Großbritanien: Beide Kühe werden wahnsinnig.

Italien: Der Bauer besitzt zwar zwei Kühe, aber er weiß nicht, wo sie sind. Während er sie sucht, sieht er eine schöne Frau. Er macht Mittagspause. Das Leben ist schön.

Frankreich: Der Bauer streikt, weil er drei Kühe haben will. Er geht Mittagessen. Das Leben ist schön.

USA: Der Bauer verkauft eine und least sie zurück. Er gründet eine Aktiengesellschaft. Er zwingt die beiden Kühe, das Vierfache an Milch zu geben.
Er wundert sich, als eine tot umfällt.
Es folgt eine Presseerklärung, in der der Bauer erklärt, er hätte die Kosten um 50% gesenkt. Die Aktien steigen.

EU: Die EU nimmt dem Bauern beide Kühe ab, tötet eine, melkt die andere, bezahlt eine Entschädigung aus dem Verkaufserlös der Milch und schüttet diese dann in die Nordsee.

WLAN macht Pflanzen krank

Ein aufsehenerregender Versuch einer Schülergruppe wird in N24 publiziert: Link Neuntklässler haben eine schädliche Wirkung von WLAN-Signalen auf Pflanzen festgestellt. Das Experiment der Jugendlichen macht im Netz die Runde. Londoner Wissenschaftler wollen es wiederholen. Die Schüler haben festgestellt, dass sie neben dem Handy schlechter schlafen können.

Die Frage ist, was man davon halten soll. Soll man ab sofort WLAN abdrehen und die Wohnung ab sofort verkabeln? Kann man zu einer solchen Publikation ganz allgemein Stellung beziehen?

Zur Methode

Diese Meldung erweckt den Anschein von Wissenschaftlichkeit. Schüler als Wissenschaftler (auch wenn im Text steht, dass es sich nicht um ein wissenschaftliches Experiment gehandelt hat).

Wissenschaft ist aber wie Fußball. Wenn man sich beteiligen will, muss man vom Fach sein.

Beispiel: Ein Spieler steht einen Meter vorm Tor – und schießt in die Wolken. Jeder zweite im Stadion sagt: „den hätte sogar ich verwandelt“. Das Problem: er steht nicht im Team und in der 70. Minute, in der die Szene spielte, wäre jeder dieser Möchtegern-Fußballer schon längst zusammengebrochen an der Outlinie gelegen. Weil er eben nicht „vom Fach“ ist.

Um in einer Disziplin mitreden zu können, muss man sich der Mühe unterziehen, sich auf das Niveau hochzuarbeiten, das dazu befähigt, reproduzierbare Versuche anzustellen. Man muss sich einem Selektionsprozess unterziehen, den durchaus nicht alle schaffen.

Warum ist nun dieser Versuch anzuzweifeln?

(1) Die Lobby der Strahlengegner verwenden jedes Argument, das ihnen hilft, auch wenn es an der Haaren herbeigezogen wird. Gegner von Elektromagnetischer Strahlung sind ähnlich wie Homöopaten, Esoteriker und Wünschelrutengeher. Sie meinen zu wissen, dass Strahlung schädlich sei, auch wenn sie in Intensitäten vorkommt, die sich weit unter jedem erlaubten Grenzwert bewegen.

(2) Wissenschaftler wollen ganz oben stehen (wie Bergsteiger, Fußballer, Künstler…) und würden keine Gelegenheit auslassen, diesen Zusammenhang zwischen Bestrahlung und Wachstum aufzuzeigen. Das liegt in der Natur der Methode: dem Zweifel an jeder Behauptung. Wenn es diesen Zusammenhang zwischen Strahlung und Pflanzenwachstum gäbe (und nicht nur den Wunsch jener, die das so wollen), dann wäre es längst bewiesen und akzeptiert. Ist es aber nicht.

(3) Dass eine Schülergruppe einen solchen Zusammenhang aufzeigt ist so, als würde ich sagen: „Ich gehe in der Fußgängerzone und finde 500 Euro“ (dieser Satz ist mit 99.9…%iger Wahrscheinlichkeit falsch, weil eben diesen Schein schon längt jemand vor mit gefunden hätte, ebenso wie ich nie den Hauptgewinn im Lotto machen werde) Schüler haben keinerlei Kompetenz in der Handhabung von Versuchen dieser Art, auch wenn sie von einem Lehrer angeleitet werden. Sie sind in der Position eines Möchtegern-Fußballers, der es den Profis zeigen will, wie leicht eigentlich ein Ball aus einem Meter Entfernung ins Tor befördert werden kann.

Und daher ist diese Meldung einfach nur ein Wunschdenken. Der Schüler, des Lehrers, der Antistrahlungs-Lobby, der Redaktion.

Zur Sache

Kann man auch etwas zur Sache selbst, also Wirkung von WLAN auf Organismen sagen? Aber ja! Die Wirkung niederfrequenter Elektromagnetischer Strahlung ist hinlänglich bekannt. Sie erzeugt bei ausreichender Intensität Wärme. Ausgenutzt wird das zum Beispiel bei Hochfrequenztherapie:

Die hier zur Anwendung kommenden Energien sind gigantisch im Vergleich mit dem, was WLAN oder Handy produzieren. Vor allem werden diese Resonatoren (Antennen) unmittelbar am Körper angebracht. Man kann vermuten, dass die Störstrahlung, die von diesen therapeutischen Antennen ausgeht, sogar noch im Kopfbereich des Patienten ein weit höheres Feld erzeugen als das WLAN könnte.

Was bewirken diese Bestrahlungen?
Sie bewirken, dass Wärme entsteht, ähnlich wie bei einem Mikrowellenherd. Interessant ist, dass die Eindringtiefe der Strahlung mit steigender Frequenz abnimmt und bei 2.5 GHz nur mehr 6 mm beträgt.

Elektromagnetische Strahlung erzeugt also Wärme. Frequenzen unmittelbar unterhalb des sichtbaren Lichts bezeichnet man als „Infrarot-Strahlung“, über den Frequenzen des sichtbaren Lichts wird die Strahlung zunehmend ionisierend und ist nicht Gegenstand der in der Funktechnik angewendeten Strahlung.

Wenn man nun einen WLAN-Sender in die Nähe von Pflanzen betreibt, wird es in den Pflanzen vermutlich auch zu einer Wärmeentwicklung kommen, die zu einer Austrocknung der Pflanze führt. Das ist nun aber nicht etwas Beunruhigendes. Man müsste es geradezu erwarten.

Über die Versuchsanordnung weiß man nicht viel. Stellt man die Pflanzen unmittelbar auf den WLAN-Sender (um die Strahlungsintensität zu erhöhen), muss man auch mit der normalen Abwärme des Geräts rechnen, die ebenso eine Austrocknung der Pflanzen zur Folge haben kann.

Empfehlenswert:
Elektromagnetische Felder im Alltag

Welche sind unsere Werte?

Es ist nicht ganz unpraktisch, sich allgemein anerkannten Regeln zu unterwerfen, denn damit werden Menschen vorhersagbar und wir müssen nicht lange forschen, bis wir die Beweggründe unseres Gegenüber erkannt haben, weil wir davon ausgehen können, dass seine Grundsätze auch die unseren sind.

Allerdings enthalten alle diese Lebensgrundsätze die Gefahr, dass es wegen der Gleichschaltung der Gedanken zu wenig gesellschaftliche Entwicklung gibt. Beispiele finden wir in unserer eigenen Geschichte und in der Entwicklung in anderen Kulturkreisen zur Genüge.

Es erscheint aber trotz aller Ablehnung starrer Regeln in einem menschlichen Entwicklungsprozess nützlich zu sein, seine eigene Haltung zuerst Regeln folgend zu entwickeln, etwas so, wie der Nichtschwimmer mit einer Schwimmreifen beginnt, sich an das freie Schwimmen heranzutasten, bis man schließlich das Korsett der Regeln abwerfen kann, um von Fall zu Fall zu eigenen Schlussfolgerungen zu kommen.

Ohne jede einzelne Regel überprüft zu haben, erscheinen viele auch fragwürdig zu sein, zum Beispiel die hier: „Du sollst nicht glauben“, auch wenn hier gemeint sein dürfte, dass man dem von Religionen geforderten Glauben nicht folgen soll, weil mit ganz wenigen Ausnahmen der konkreten persönlichen Erfahrung eigentlich immer auf das Für-Wahr-halten der Aussagen anderer angewiesen sind, wir ihnen also vertrauen müssen, auch in der Wissenschaft.

Die hier zusammengestellten „Regelwerke“ (zusammengetragen aus verschiedenen Internet-Quellen) sind also Angebote für alle, denen der archaisch-religiöse Einheitsbrei ein bisschen unzeitgemäß erscheint.

1 Adjunas 10 neue Gebote

  1. Denke!
  2. Schade niemandem und nichts, nur den Schädlingen!
  3. Alles, was nicht schadet, ist erlaubt.
  4. Kümmere Dich nicht um Dinge, die niemandem schaden, denn dann schadest Du anderen.
  5. Die Menschen sind nicht gleich, aber jeder hat gleiche Rechte.
  6. Jeder Mensch trägt die Verantwortung für sich und sein eigenes Handeln.
  7. Jedem gehört, was er sich erarbeitet hat, geschenkt bekommen oder geerbt hat.
  8. Seid nicht neidisch!
  9. Ein Mensch gehört niemandem, außer sich selbst.
  10. Es gibt keine Pflichten, außer den Pflichten, die man freiwillig eingegangen ist.

2 Gebote der Moderne

  1. Behandle jeden Menschen so, wie Du selbst behandelt werden möchtest.
  2. Lüge nicht.
  3. Hintergehe Deine Freunde und Verwandte nicht.
  4. Morde nicht und füge keinem Menschen allgemein körperlichen Schaden zu.
  5. Sei nett zu Tieren.
  6. Denke, aber wenn es an der Zeit ist zu handeln, höre auf zu denken.
  7. Du bist nicht auf der Welt, um so zu sein wie andere Dich gerne hätten; also mach‘ aus Dir und Deinem Leben was Du möchtest.
  8. Wenn einem die Scheiße bis zum Hals steht, sollte man den Kopf nicht hängen lassen.

3 Die Zehn Angebote des evolutionären Humanismus

  1. Diene weder fremden noch heimischen Göttern, sondern dem großen Ideal der Ethik, das Leid in der Welt zu mindern! Wer Wissenschaft, Philosophie und Kunst besitzt, braucht keine Religion.
  2. Verhalte Dich fair gegenüber Deinem Nächsten und Deinem Fernsten.
  3. Habe keine Angst vor Autoritäten, sondern den Mut Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen.
  4. Du sollst nicht lügen, betrügen, stehlen, töten – es sei denn, es gibt im Notfall keine anderen Möglichkeiten, die Ideale der Humanität durchzusetzen. Ethisches Handeln bedeutet keineswegs, blind irgendwelchen moralischen Geboten oder Verboten zu folgen.
  5. Befreie Dich von der Unart des Moralisierens.
  6. Immunisiere Dich nicht gegen Kritik
  7. Sei Dir Deiner Sache nicht allzu sicher. Zweifle auch am Zweifel.
  8. Überwinde die Neigung zur Traditionsblindheit, indem Du Dich gründlich nach allen Seiten hin informierst, bevor Du eine Entscheidung triffst.
  9. Genieße Dein Leben, denn Dir ist höchstwahrscheinlich nur dieses eine gegeben! Indem Du die Freiheiten genießt, die Du heute besitzt, ehrst Du jene, die in der Vergangenheit im Kampf für diese Freiheiten ihr Leben gelassen haben!
  10. Stelle Dein Leben in den Dienst einer „größeren Sache“, werde Teil der Tradition derer, die die Welt zu einem besseren, lebenswerten Ort machen woll(t)en!

Alain de Bottons Zehn Gebote für Atheisten

  1. Resilienz. Weitermachen, auch wenn alles düster aussieht.
  2. Empathie. Sich in der Vorstellung mit dem Leiden und den einzigartigen Erfahrungen einer anderen Person zu verbinden.
  3. Geduld. Ruhiger und nachsichtiger werden durch realistische Annahmen über den Lauf der Dinge.
  4. Opferbereitschaft. Ohne diese Kunst werden wir weder eine Familie gründen, noch jemanden lieben oder gar den Planten retten können.
  5. Höflichkeit. Sie ist eng verbunden mit der Toleranz, der Fähigkeit, auch neben Menschen zu leben, die vollkommen andere Ansichten haben.
  6. Humor. Wie die Wut entspringt auch der Humor der Enttäuschung, aber er kanalisiert diese Enttäuschung optimal.
  7. Selbsteinsicht. Sich selber kennen bedeutet, nicht andere für die eigenen Probleme und Stimmungen verantwortlich zu machen, zu verstehen, was in einem selbst vorgeht und was außerhalb.
  8. Nachsichtigkeit. Erkennen, dass das Zusammenleben mit anderen nicht funktionieren kann, wenn man nicht bereit ist, Fehler zu verzeihen.
  9. Hoffnung. Pessimismus ist nicht unbedingt tiefgründig, Optimismus nicht unbedingt seicht.
  10. Vertrauen. Vertrauen bedeutet nicht Arrgoanz, es basiert auf dem Bewusstsein, dass das Leben kurz ist und wie wenig wir letztlich verlieren, wenn wir alles riskieren.

5 Zehn Gebote für Atheisten

  1. Du sollst nicht glauben.
  2. Du sollst Dir kein Selbstbildnis machen und es Gott nennen.
  3. Du sollst keine Götter neben Dir dulden.
  4. Du sollst keinen Schöpfer haben.
  5. Du sollst Deine Kinder ehren und sie deshalb mit Gott in Frieden lassen.
  6. Sei gut, auch ohne Gott.
  7. Du sollst keine Götter neben der Wissenschaft haben
  8. Liebe Deinen Nächsten – ohne schlechtes Gewissen.
  9. Du sollst den Sabbat nicht ehren.
  10. Du sollst nicht knien als Schöpfer.

Mäc am Pranger der Ernährungs-Inquisition

Die Medienberichte sind voll von Berichten über schädliches Fastfood. McDonalds steht oft stellvertretend für eine ganze Branche und die Mitbewerber, andere Ketten aber auch Kebabs und Würstelstände sind froh, wenn die Breitseite der Kritik gegen den Platzhirschen abgefeuert wird.

Ich kann diese Kritik überhaupt nicht verstehen.

Seit etwa 22 Jahren besuche ich regelmäßig McDonalds-Restaurants. Ja, ich habe seither zugenommen aber mit diesen Besuchen hat das rein gar nichts zu tun. In diesen Jahren kann ich darüber berichten, dass diese Ketten außergewöhnlich lernfähig auf Änderungen in der Gesellschaft eingehen. Zum Beispiel wurden die Styroporverpackungen durch Kartons abgelöst, das eher nur ergänzende Salatangebot der ersten Jahre wurde durch eine viel größere Auswahl abgelöst und der früher wirklich kaum genießbare Kaffee ist fast schon einer aufkeimenden Kaffehaus-Kultur gewichen.

Wenn ich bein einem Würstelstand vorbeikomme, kann ich mich zwischen einem Würstel und einem anderen Würstel entscheiden.

Ich genieße es, beim Mäc einen Salat oder einen Veggie-Wrap und einen Orangensaft wählen zu können. während mein hungriger Sohn sich mit entsprechend mehr Kalorien eindeckt. Während bei ihm der Salat eine Ergänzung ist, ist er bei mir die Hauptmahlzeit und ich habe den Eindruck, dass ich dort durchaus in Einklang mit den Erkenntnissen der Nahrungs-Päpste essen kann.

Kann mich nicht erinnern, dass es dauernde Kampagnen gegen das Schweizer-Haus oder die Konditorei-Kette Aida geben würde obwohl diese Lokale mit ihren Speisen durchaus mit dem Ungesundheits-Faktor eines Mäc konkurrieren können.

Was soll das also?

Jeder kann um ein paar Euro Gemüse am Markt kaufen und sich in Salat ergehen. Eine freie Entscheidung. Noch ist ja ein Mäc kein Monopol.

Gesunde Ernährung ist nicht abhängig von den Gaststätten sondern von den Essgewohnheiten eines jeden Einzelnen.

Dasselbe Rindfleisch, das beim Mäc verteufelt wird, wird am Fleischpult der Supermärkte mit Gütesiegeln angepriesen. Warum werden die Pommes-Frittes beim Mäc verteufelt und im Gefrierschrank eines Supermarktes nicht? Wo bleiben da die Hüter der wahren Ernährungslehre?

Beobachten Sie einmal die Gäste in einem Mäc oder beim Tichy in Favoriten. Sie werden sehen, dass dort oft am selben Tisch dicke und dünne Menschen bei derselben „Sünde“ beisammen sitzen. Eigentlich hätte man sich erwartet, an diesen „sündhaften Orten überhaupt nur dicke Menschen anzutreffen, das ist aber nicht der Fall. Das eigene Körpergewicht hängt nicht davon ab, ob man zum McDonalds oder zum Tichy geht, sondern davon, welche Rolle Ernährung und Bewegung im Tagesablauf spielen.

Unter dem Motto: ich geh‘ zum Mäc und Du gehst zum Mäc. Warum bist Du dick?