Die Hirmann waren enge Freunde der Kvaček und später der Fiala. Die Frau des Bruders von Ludwig Hirmann lebt noch in Favoriten in der Jagdgasse mit ihrem Sohn.

Johanna war in der Zwischenkriegszeit im Geschäft meine Großmutter beschäftigt.  

Wie sich Johanna und Ludwig „Vickerl“ kennengelernt haben, ist unbekannt; sie dürften aber während des zweiten Weltkriegs schon verheiratet gewesen sein. Während Johanna in Wien war, war Ludwig als Kraftfahrer bei der Armee.

Am Hals hatte Ludwig einer Kriegsverletzung von einem Granatensplitter.

Die Hirmann hatten auch einen Hund, „Terry“, einen kleinen aber bissigen Terrier.

Sie wohnten nach dem Krieg so wie meine Großeltern und Eltern in der Lorystraße 17 auf Zimmer-Küche, Klosett am Gang im dritten Stock, Tür 25. Später übersiedelten sie in eine größere Wohnung im ersten Stock, Tür 10.

Johanna war eigentlich „Stepperin“ und gab die Beschäftigung im Lebensmittelgeschäft meiner Großeltern auf und ging wieder in ihren erlernten Beruf zurück. Sie stellte mit großem Geschick hochwertige Lederwaren her, zum Teil auch in Heimarbeit ihrer Wohnung. Wenn sie an ihrer Nähmaschine arbeitete, duftete die ganze Wohnung vom Kontaktkleber, mit dem die Lederteile zusammengeklebt wurden.

Ludwig war KFZ-Mechaniker bei Fiat. Die Firma befand sich an der Ecke Kleistgasse/Rennweg im 3. Bezirk, heute ein Einkaufszentrum. 

Allzu lange konnte Ludwig seine Pension nicht genießen. Er bekam einen Schlaganfall mit einer leichten Lähmung der linken Hand. Aber mit großer Willensanstrengung zwang er sich immer wieder zum Gebrauch der Hand.
Ein oder zwei Sommer verbrachten beide noch in Kritzendorf und ich habe sie regelmäßig nach der Arbeit auf der Hochschule dort besucht.

Tante Hanni war eine sehr mütterliche Frau. Sie pflegte nicht nur ihren Mann Ludwig, sondern nach desse Tod noch einen weiteren Witwer aus ihrer Bekanntschaft. Als auch dieser Mann starb und auch Trude, die Frau von Herrn Weidmann, dem Nachbarn der Hirmann, verlebte sie die letzten Lebensjahre mit dem Nachbarn Alfred Weidmann. Alfred Weidmann war in seinem Beruf Taxilenker und in seiner Jugend Seemann in der österreichischen Kriegsmarine und erzählte und stolz über seine Äquatortaufe.