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Wenn Menschen warnend ihre Stimmen erheben, wenn es um die Wirkung elektromagnetischer Strahlen auf den Menschen geht, muss man vorsichtig sein. Man muss den Kritikern oft unterstellen, dass sie in der Sache zu wenig Fachkenntnisse haben.

Sollte ein Hausarzt davon warnen, zu viel zu telefonieren, muss man eine solche Aussage ähnlich bewerten, wie wenn ein Arzt guten Gewissens ein Homöopatikum verschreibt.

Vielleicht hat Ersterer nur gemeint, dass es für die Persönlichkeit des Patienten vorteilhafter wäre, weniger zu telefonieren und sich mit mehr mit seinem Umfeld zu beschäftigen. Da diese Botschaft aber weniger gut ankommt, schiebt man schädigende Wirkung an seine Stelle, um eine Wirkung zu erzielen.

Ein Homöopathikum hat eine ähnliche Wirkung. Sie wir an Stelle eines Heilmittels eingesetzt, wie wohl der Arzt weiß, dass es praktisch wirkungslos ist, doch der Patient ist mit dem Angebot einer Hilfe zufrieden zu stellen.

Ich führe hier einige Beobachtungen an, die darauf hinweisen, dass Handystrahlung keinen schädigenden Einfluss auf uns haben. Es ist so ähnlich wie mit allen Wirkungen: die Dosis macht das Gift. Allerdings trift dieser Satz nur für die langwelligen und nicht ionisierenden Strahlen zu. Ionisierende Strahlen haben eine andere Wirkung.

Zu hohe Energie elektromagnetischer Strahlung wirkt genau so wie eine zu große Nähe zu einem Feuer: es wir heiß und daher muss man Abstand halten.

Das „genau so“ ist wirklich so gemeint, den Kurzwelle, Mikrowelle und Wärme sind alles elektromagnetische Wellen mit derselben Wärmewirkung. Der Unterschied ist, dass Wärme anderswie erzeugt wird als Mikrowellen und es uns nicht bewusst ist, dass auch Wärme elektromagnetische Strahlung ist.

Nicht ionisierend

Wir wissen seit Max Plack und Albert Einstein, dass Elektromagnetische Strahlung zwei Gesichter hat. Sie kann uns als Welle erscheinen, die sich gleichmäßig im Raum ausbreitet, sie kann aber auch als Teilchen (Photonen) erscheinen.

Bei Strahlung mit Frequenzen unterhalb des sichtbaren Lichts ist die Energie der Teilchen so gering, dass man keine Detektoren dafür konstruieren kann. Diese langwellige elektromagnetische Strahlung bezeichnen wir daher als Welle und den gesamten Frequenzbereich als jenen der „nicht ionisierenden Strahlung“, weil die Photonen keine ausreichende Energie mitbringen, um Veränderungen an Atomen hervorrufen zu können.

Bei Strahlung mit Frequenzen oberhalb des sichtbaren Lichts wächst die Energie der Teilchen. Diese kurzwellige elektromagnetische Strahlung bezeichnen wir daher als Teilchenstrahlung und den gesamten Frequenzbereich als jenen der „ionisierenden Strahlung“, weil die Photonen mit zunehmender Frequenz immer energiereicher werden und damit Veränderungen an Atomen hervorrufen können.

Historischer Aspekt

Aspekt der Pioniere und Amateure

In jenen Jahren als die Wirkung elektromagnetischer Wellen noch unbekannt war, starben viele Mediziner unter der Einwirkung von Röntgenstrahlen; ihnen ist in Hamburg ein Ehrenmal gewidmet. Marie Curie starb an den Folgen ihres jahrelangen Umgangs mit radioaktiven Elementen. Seit diesen Anfangsjahren im Umgang mit elektromagnetischen Wellen ist die Gefährlichkeit der ionisierende Strahlung, also den Aufbau der Materie schädigenden Strahlen mit Frequenzen oberhalb des sichtbaren Lichts bekannt. Gleichzeitig ist aber auch bekannt, dass von den Frequenzen unterhalb des sichtbaren Lichts, die man nicht ionisierende Strahlen nennt, keine solche Gefahr ausgeht.

Seit Beginn der Erforschung elektromagnetischer Strahlen sind sehr viele Menschen, die sich experimentell und beruflich mit den elektromagnetischen Strahlen beschäftigen, diese also künstlich erzeugen und abstrahlen, in extremer Art deren Einfluss ausgesetzt. Es ist nicht bekannt, dass diese Personengruppe an Erkrankungen leiden würde, die man als eine Wirkung der elektromagnetischen Strahlen interpretieren könnte.

Mehr noch, die experimentellen Verbindungsversuche der Funkamateure finden noch lange vor deren industriellen Einsatz statt. Das trifft auch für Mikrowellenfrequenzen zu, die in den Mobilfunknetzen zum Einsatz kommen.

Warum sind nun diese Personen einer hohen Strahlenbelastung ausgesetzt?

Funkamateure arbeiten an Sendestationen mit mehreren Hundert Watt und das in allen Frequenzbereichen. Sie haben es also mit Vielfachen jener Strahlendosis zu tun, der man bei einem Handy ausgesetzt ist. In einer idealen Anordnung von Sender und Antenne, sind diese beiden Komponenten abgeglichen und die gesamte Sendeleistung wird über die Antenne abgestrahlt – aber nur im Idealfall. Ist die Antenne verstimmt, also nicht ganz exakt abgeglichen, kann sich die ganze Sendeleistung oder Teile davon im Funkraum ausbreiten. Das kann auch bei unabgeschirmten Versuchsanordnungen der Fall sein. Früher wurden für die Verbindung zur Antenne keine Koaxial-Kabel sondern zweidrähtige Lecherleitungen verwenden, die – je nach Anordnung und Abstimmung – für ungewollte Abstrahlung elektromagnetischer Strahlen verantwortlich war. Alle diese Expositionen, denen Funkamatuere schon über Generationen ausgesetzt sind, führten zu keinen auffälligen Krankheitsbildern.

Medizinischer Aspekt

Zu den ältesten Heilmethoden des Menschen zählt die Wärmetherapie. Wärme aber ist nichts anderes als elektromagnetische Strahlung im Bereich zwischen der Mikrowelle und dem sichtbaren Licht. Die Medizin hat durch Wärmebehandlung immer schon Erfolge verbucht und nutzt auch mit Erfolg die Wärmewirkung elektromagnetischer Strahlen in den Bereichen der Kurzwelle, des kurzwelligen UKW, der Mikrowelle und des Infrarot. Damit man auch eine Wirkung erzielt, verwendet man nicht Sendeleistungen eines Handy von bis zu 2 Watt, sondern solche bis 500 oder 1000 Watt, sowohl im Dauerbetrieb als auch im Impulsbetrieb mit noch höheren Leistungen. Die verschiedenen Wellenlängenbereiche werden für verschiedene Eindringtiefe verwendet. Kurzwelle dringt am tiefsten in das Muskelgewebe ein. Infrarot wirkt oberflächlich.

Es ist etwas eigenartig, dass dieselbe Strahlung in der 100- bis 500-fachen Leistung eines Handy-Senders heilende Wirkung und gleichzeitig Mobilfunk in denselben Frequenzbereichen schädliche Wirkung haben soll.

Natürliche Strahlung

Es ist uns zwar beim Handy bewusst, dass hier elektromagnetische Felder die Übertragung zur Basisstation herstellen, dass aber wir aber immer schon von natürlicher Strahlung umgeben sind, ist schon weniger bekannt.

Wer sich der wohligen Wärme eines Kachelofens aussetzt, wird mit Frequenzen im Bereich des wärmenden mittleren Infrarot (MIR) bestrahlt. Dieser weite Frequenzbereich befindet sich zwischen den niederfrequenteren Mikrowellen und dem höherfrequenten Licht.

Die Anfänge der Arbeiten mit elektromagnetischer Strahlung begann im Langwellenbereich und führte uns über Mittel-, Kurz-, Ultrakurzwelle in den Mikrowellenbereich. In allen Zeiten des Umgangs mit diesen Strahlen wurden mögliche Gefahren aufgezeigt, die sich aber allesamt nicht bewahrheitet haben, weil die Wirkung der nicht ionisierenden Strahlen allein in der Erwärmung von Objekten liegt. Ein Kurzwellensender mit 1 kW erwärmt einen Körper in seinem Abstrahlbereich ebenso wie ein Mikrowellenherd in seinem Gehäuse. Während aber die Kurzwelle als eine bereits überwundene und als ungefährlich eingestufte Technologie nicht mehr unsere volle Aufmerksamkeit hat, tritt die Mikrowelle an ihre Stelle.

Tieffrequente Strahlung ist für uns gefährlich, wenn sie menschliches Gewebe überhitzt, egal, ob Mikrowelle oder Kurzwelle.

Kontinuums-Aspekt

Elektromagnetische Strahlung ist ein Kontinuum. Die Interaktion der Wellen mit den Gegenständen, auf die sie auftreffen, wird durch ihre Wellenlänge bestimmt.

Epidemiologischer Aspekt

Die Statistik Austria erhebt jährlich Krebsneuerkrankungen insgesamt und aufgeschlüsselt nach Tumorart. Man kann die Excel-Tabellen mit Daten seit 1983 im Original downloaden. Sofern es in diesen Statistiken Auffälligkeiten gibt, werden diese publiziert und der Öffentlichkeit bewusst gemacht.

In einer zusammendassenden Darstellung seit 1996 geht die Anzahl der Neuerkrankungen kontinuierlich zurück. Auch bei der Anzahl von Kopftumoren, die durch die Bestrahlung als besonders kritisch angesehen werden, zeigen keinen auffälligen Anstieg.